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Full text: Die Burgen und Edelsitze Vorarlbergs und Liechtensteins. Band 1

530 Die Durgen von Bürs. 
und pflichteifriger Beamter, starb 1776. Ihm folgte in der gleichen Stellu ng fein äl tester 
Sohn Franz Michael nach, kam aber schon 1775 als fürstlich Liechtenstein'scher Landvogt 
nach Vaduz Aus dess en z weiter Ehe mit Maria von Stockler stamm te der zu Vaduz 1783 
geb. Joh. N e p G i l m v o n R o sen e g g, der auch die Beamtenlaufbahn wähl te und teils 
m Innsbr uck, teils in Vorarlberg (Nüziders, Dornbirn, Feldkirch) bei den Gerichte n diente 
und als Appellationsrat in Innsbruck 1847 star b. 
D essen erster Ehe mit Luise Rederer aus Fel dkirch entsproß Hermann v. Gilm, 
„Tirols ursprüngli chst er und süßester Liede rm und", wie ihn Sander^) nennt, geboren zu 
Inn sbruck 1. Novembe r 1812 und gestorben zu Linz 1864 als Leiter des Pr äsidia lburea us. 
Den Dichter zeic hnet aus ein starkes lyrisches Talent, von Lord Byron und Heine befruchte t, 
und bilderreiche Spr ache mit eigenartiger Form. 0) 
Noch erübrigt uns, der späteren Schicksale der Burg Rosen ­ 
e g g zu gedenken. ’ ' 
Von den weiblichen Nachkommen der Fami lie Lorüns er: verehlichte 
Mutter und Huber , gelangte der Turm von Rosenegg mit sechs Joch um­ 
liegenden Grund es 1893 durch Kauf an Ludwi g Bürkle, den spä­ 
teren Vorsteh er von Bürs und jetzig en Kaufmann in Feldki rch (L evls). 
Derselbe überließ den Besitz bereits 1898 an den Privat en Hans 
Schultheiß von Landshut a. d Isar, der die Ruine zum Teil be­ 
wohnbar einrrchtete. 1900 ging sie hierauf an den Tabakfabrikanten W i l­ 
h e l m K i s s e n b e r 1 von Landshut über. Dieser vollendete die Wieder­ 
herstell ung durch Ei nbau einer Küche im Erdgeschoß und Vergrößerung 
der Wohn nnd Schlafräume im ersten Stock sowie durch Errichtung von 
Veranda und Altanen und eine stllgerich t e Zin nenk rönung, so daß das 
Ganze nunmehr mitsam t den Gartenanlagen zu einem hüb schen Sommer­ 
sitz umgestaltet erscheint. 
Von der alten Burganlage bestanden lediglich noch der Berchfri ed 
und Teile der Ringmauer, welch le tztere sich an der Süd- und Osts eite am 
be sten erhalten hatt e. Diese Ringmauer setzt beiderseits, an der Nord- 
und Südkante des Tur mes, an Der durch sie umschlossene Burghof um­ 
zieht nur an der Nordost- und an der Sudoft-Seite den Berchfried, der 
somit unmi ttelbar den westlichen Abschlu ß des Burgberinges bildet. Das 
räumlich beschränkte trapezsörmige und steil an steigend e Geländeplateau 
8) „Sammler": S. 127. 
®) Vgl. über ihn: Sander: „Herm ann v. Gilm in seinen Bezie hun gen zu Vorarlberg", 
int Tir ol. Boten 1887, und ferner seine Besprechungen zur Gilm-Literatur ebd. 1889. —- 
S. M. Prem.: „H. v. G. Leben u. Dichten" น. Sanders Rezension hierüber in Tirol. Bote 
1888, S. 1133; — Hans Nagele (üb. d. Ant eil Vrlbg s. an seine m Dichterruhm) in „Arc hiv 
f. Gesch. น. Ldkd. Vrlbgs.", VIII. (1912), S. 127 fl.; — Dr. Ant. Dörrer: „Hermanns v. 
Gilm's Weg น. We isen" (Innsbruck 1924).
	        
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