Schloß
(Hohen-)Bregenz. 57
in der Nachbarschaft mäc htigen Hause der Freiherren von Sax zum Bau
seiner Burg veranlaßt. Rudolf wurde, tot? eben dar getan, der" Grün
der des Haus es der Grafeu vo ท W erden ber g, wel chen Na
men seine Söhne bereits fuhren. — Den Wer denber gern gehörten au ßer
dem spater Hei lige nberg im alten Linzgau (1277 erkauft), daun
Badu z, das Gebiet von Blud enz mit Monta fon, Sonnenberg
bis zur Höhe des Arlbergs, und B l u m e n e g g, also ungesähr der süd
liche Teil des Landes. -
Dem jüngeren Bruder, Hugo von Mo ntfort (t 1260), blieben die
übri gen rechtsrheinischen Gebiete bis hinab zum Bodensee und nord
wärts darüber hinaus, mit der Stammburg Montfort-Feldkirch. Er
pflanzte den Namen der Grafen von Montfor t weiter. Grund dafür, daß
lhm, dem Jüngern, trotzdem Stammburg und Name blieben, war außer
dem vorhin genannten — die Wahl des gelegeneren schweizerischen Be
sitze s seitens seine s Bruders Rudolf — wohl der Umstand, daß er di esen
sei nen Bruder solange überlebte, worau s für ihn und feine Fam ilie ein
Uebergewicht über die Fam ilie seines Bruders erwuchs. Hugo besaß
also lnehr den nördlichen Teil des Landes von Feldkirc h an
über Bregenz bis über den Argensluß hinaus.
b) D i e Teilungen im Hause Montfor t. Ueberblick über
die Geschichte der Grafsch aft Montfort-Bregenz als
Herrschaft.^)
Die erste Teilung der montfort'fchen Hausgüter erfolgte sonach unter
den Söhnen, bezw. definitiv unter den Enkeln des Beg ründers der Dyna
stie. Indem diese letzteren wiederum ut tter sich teilten, so treffen wir be
reits um das Jahr 1260 fünf Grafs chaft en: zwei werdender
g i s ch e und drei mon 1 so r t's ch e. Die mehrfachen Teilungen in jedem
der beiden Ha up tstämme begründeten zugle ich neue Herrschaften.* 2 3)Bon
den we rdenbe rgisc hen Grafschaften wird des näheren m Beschreibung
Blumenegg die Rede fern. Nachstehend eine Uebersicht über die Teilungen
in der Mont forter Hauptlini e. ')
*) Siehe Beiblatt: Uebersicht über d. Teilungen im Hause Montfort mit Stamm tafelaus
zug über d. Bregenzer Gra fen dieses Hauses, S. 58 f.
2) Vgl. den Stammb aum bei Zösmair: Pol. Gefch. III. am Schluß: bes. die Darstel lung
H elboks in: Montforter 11. Werdenberger Genealogie. (Viert. Ihr. Sehr. XL 1925, S. 12 ff).
3) Vgl. auch Zusammenstellung nebst übersichtl. Stammtafel in des Verfassers Schrift:
Der Gebhardsberg etc. (1922), S. 21 ff.
4) Vanott i, Gesch. d. Graf. v. Montfort u. Werdenberg, S. 56 f.
Die erste Teilung geschah provisorisch nach 1228 und wurde endgültig
vol lzogen und in der Nam ensführung der beiden Häuser „Mon tfort" und
„Werden ber g" festgelegt: um 1258.
Die zwei te Teil ung erfolgte ea. 126 0—65; es schieden sich die Graf
schaften Montfort-Feldkirch, Montf ort- Br egenz unb Montf ort -TeUnang .
Me Teilenden waren die Söhne Hugo's II. von Montsor t, des jünger en
Sohn es des erst en Montf orter Grafen Hugo: Rudolf I. (Feldkirch), Ul
rich I. (Bregenz) und Hugo (Tett na ng). Unter diesen erwarb der Bre
ge nzer noch um 1270 die Grafschaft Sigmaringen,4) und der Tettnan ger
erscheint um diesel be Zeit auch als Graf von Scheer (Wü rttemberg . O. A.