560 Burg Zalans.
ehedem „Zala ns ge heißen, nachweisbar^ihr eigenes Adelsgeschlechl, das
sich gleichfalls „von Zalans" schrieb. Dieses dürste daselbst Burg und
Stammsitz geha bt hab en, so daß wir den geschichtlichen Best and einer Burg
Zalans berec hti gterweis e annehmen dürfen, wenn auch ansc heinen d keine
ei nzige urku ndliche Nachricht uns über sie erhalten ist. Diese Erwägung
erscheint umso begründeter, als die Tra dition sich an ehedem noch vor
handene bau liche Reste einer Burg an jenem Orte anknüpfen konn te. Daß
solche Reste vorhanden waren, zeigt uns deutlich die historisch verläß
liche Ansicht der Stadt Bludenz von 1625 in Marian s Cov mogr. Suev.: 1)
die zweite auf dies em Bilde ersichtliche Burg hin ter dem Diebsschlößchen
kann ihrer Lage nach keine andere gewesen sein als die Zalanser Burg,
die sonach zu Be ginn des 17. Jahrhunderts wenigstens noch als Burg
stall bestanden haben muß.
Was nun den geschichtlichen Namen dieser Burg betrifft, so wäre denk bar, daß sie
und wicht Balcastiel bei Dand ans in der Urku nde von 1391 —- wovon in Beschr. Balcastiel
des näh ern die Rede sein wird — mit der Bezeichn ung „Sch loß Montafun" gemeint
ist. Ihr zugänglicherer Stando rt und ihre Lage an der wichtigen Zufahrtsstraße zum Sil
berberg (K rrstberg )' würde sie für den Sitz der Dergwerksverwaltung und des Bergg erichte s
sowie für den Sch utz des Bergwerkes selber zweifellos als sehr geeignet erscheinen la ssen.
Da sie jed och vermutlich, sei es von der nahegelegenen Ortschaft oder aber von dem gle ich-
nanngen inhabenden Adelsge s chlecht den Namen Zalans geführt haben dürste, so mag der
Name „Schloß Montafun" wohl der allein in dortiger Tal landschaft noch in Betracht kom
menden Burg, dem weit er ein wärts gelegenen Dalcastiel, geeignet haben. Zn jener Zeit
erstreckte sich ein großes und- si cher auch sehr alles Eisenbergwert von St. Gallenkirch über
Sch runs und Dandans heraus bis gegen Bludenz?) Auch ging der Ver kehr vom inneren
Montafo n aus nach Blu denz einst , nicht wie he ute, auf dem rechten, sondern hauptsächlich
auf dem linken Jllufer?) Es wird sich übrigens kaum mit! völlige r Sicherheit bestimmen lassen,
welch er von di esen beiden Bür gen der Name „Schloß Montafun" zukam , nur so viel durf te
seststeh en, daß dies Schloß im eigentlichen Montafon und' nicht außerhalb desselben, etwa
UN Klostertal, zu suchen sein wird .)
Daß die mutmaßlic he Burg bei St. Anton wie jene im Balcas tiel dem
alten Bergbauwesen ihre Bedeutung verdankte, er gibt sich wenigstens aus
der Tatsac he, daß am Orte eine Erzgrube bestand , von der man noch zu
Anfang des vorigen Jahrhunderts die Mündun g und „vor derselben einen
gro ßen Höger (Hocke r?) von Ausschu b" wa hrnehmen konnte.'') Diese Grube
lag an der Gemeindegrenze von Bartholornäbe rg, wo es „in dem Loch"
heißt. Derselbe Pfarrbeschrieb ex 1817 von Pfarrer Leonhard Wi derin, dem
diese Nac hricht eninommen ist, meldet weiter, daß überdies eine alte Straße
oberhalb St. Ant öni zu sehe ^sei, die zu den Erzbergwerken nach Bartho-
lomaberg und Kristberg im Silbertal zusü hre. An die ser Straß e sei noch
eine Spur von einem Ge bäude in dem Mühlewald, welches „eine Nieder
lag des Erzes" gewesen sein sol le; von diesem Gebäud e sei bis 1800 ein
gewölbter Kell er gestan den, der dann von den Besitzern des Grundstückes
eingeschlagen und zugefülli worden sei. — In einem alten Hause, das
damals dem Adam Liendli gehörte, vord em aber Eigentum des Berg
werks gewesen, hätten „Bergoffiziere" gewohnt. Dies noch bestehende
1) Abbildung oben S. 209.
2) Zösmair , Zur Devgwerks ge sc h. Vrlbgs . (1922 ), S. 17.
3) Zösmair ebd., S. 11.
4) Siehe hierüber d. nächste Burgbeschv.
5) Pfarrbeschriebe St. Anton ex 1817 und 1834 im Pfarra.; Kop. d. Beschr. ex 1817
im Dek. Stadelm ann'sc hen Nachlasse in Ka puz.-Di bl. Breg enz, mitget. von p. Joh. Bapt.
Baur, O. Eap., in Aufsatz „Prazalanz" in Mus.-B er. 19 (1879 ), S. 57.