Schloß
(Hohen-)Bregenz. 67
völli g unfähigen Bef ehls haber, Vogt Jakob Greller, überaniworiei, als
der Schwedene i nfall am 4. Jänner 1647 in Bregenz erfolgte.') Die Stadt
wurde genommen, und auf An trag des gefangenen Aescher wurde auch
a lsbald das Schloß ohne jeden Schwertstreich und Widerstand an den
femdlichen Gene ral Wr angel übergeben.
Bis 8. März 1647 stand die Veste unter fchwedischer Besatzung . Vor
ihrem Abzug wurde sie von den Sc hweden am genannten Tage durch
suns Minen in die Luft gesprengt und verbrannt, da sie selbe wegen
angeblichen Wa s sermangels als für die Besatzung unhaltbar erklärten.1 2)
1) Vgl. Rob. Byr: Die Einn ahme der Stadt, des Passes und des Schlosses Breg enz
durch die Schweden im Jahr 1647 (Mus.-Ber. 14. 1874) , (ะม่ 3 ff. — Gebh. Fischer: Zur Gesch.
d. Schwedeneinfalls in Vrlbg. 1647, im 39. Gymn.-Ber. Fldkc h. 1893/ 4,
5 W.-MerklU III., S. 308. _ _ ~ ■ ■ 1.'
3) Gesch. d Schwede nkr iege s 1648 (Handschr. Kop. irn Kap uz. Kl ost. Bregenz).
4) Mi ttlgn. d. Zentr . Komm., 2. ฐ., XV. (1889 ), S. 205.
Schloß Hohen -Brege nz
(nach der Skiz ze von p. F. Ra nsperg 0. ร. B. (um 1650) , gez. von L. Sc heel).
Die damalige Stimmung der Bevölkerung über den Untergang des
Schlosses gab der bekannte Mehrerauer Chronist p. Franz Ransperg
mit dem schmerzlichen Ausruf wieder:3) „Jeder mann in Bregenz hätte
gerne das Fe uer, das die Geburtss tätte des hl. Gebhard zerstörte, mit
vi elfäl tigen Zähr en gelöscht!" Wo rte, welche die sicher damals schon älte re
Tradition über die Bede utung dieses Ortes bekunden. — Der Feldkircher
Chronist Prug ger schreibt vier Jahrzehnte später (1685) in seiner Chr onik
(S. 111), das Schloß sei „zu die ser unser Zeit ein Steinhaufen und zer
sprengte Maur en, welche doch des vor wohl gestan denen Wesens und
der feindl i chen Grausamkeit Zeugen seynd". Aus den Ruinen wurden
noch Kettenrollen zum Aus ziehen der Zugbrüc ken sowie Kanon enkug eln
erhoben, dermalen im Landesmuseum zu sehen.4) Auch zwei Gemä lde