80 Burg Alt-Mon tfort.
nisvollen fr ühge schich tlichen Burg beschließen woll en: diese let zte Hypo
these rückt die fragli che Oertlic hkei t noch weit er westlich gegen das Ar-
detzental zu, auf die Höhenterrasse unter dem Tillisabhang, also in die
Geg end des heutigen Schlosses Amberg.
Tatsä chlich bezeichnet die Ueberlieferung die Ru inen beim Amberg als die ehemalige
Veste Alt enburg, so Von bun in: Feldkirch und seine Umgebungen-") und Rapp in: Gen.
Vik.-Beschr.* 27) Ersterer schreibt: „Auf die sem Hügel (Amberg) hausten einst die gew altigen
Montforter auf ihrer alten Ritterveste A l t e n b u r g, von welch er hinter dem Schlößchen
spär liche Ueberreste unter Gesträuchen versteckt sind." Bei Rapp lesen wir: „Auch Altenstadt
hatte seine eigen e Burg, die Altenburg genannt, auf dem Vorsprung des Til lis erbaut.
Anfangs des 12. Ja hrhund erts lag sie bereits in Ruin en. Wann und von wem sie z erstört
wurde, ist unbekannt. Auf ihren gewaltigen Trümmern ward 1502 das Schlößchen Amb erg
erbaut." 28)
2") 1868, 6. 27.
27) I., S. 307, Anm. 9.
28) Ueber diese letztere Zeitangabe vgl. Besc hr. „Amberg" in diese r Abhandlung.
2Ö) Siehe Beschreibung Amberg.
Rui nen sind unterhalb des Schlößchens, südwestlich davo n, auf dem oberen Rand des
ste ilen, mit Gesträuch bewachsenen Hanges (Besitztum des Josef Mattle, Levis ) noch schwach
sichtbar. Die Mauerreste haben eine langgestreckte Ausdehnung und waren vielleicht Vor werk
mauern; eine ehemalige kleine re viereckige Turmanlage ist in den Grundmauern noch gut
erke nnbar. Das weit er oben zu an der Hügelkante gele gene, heute mit Waldbäumen bestandene
Pla teau mag vermutlich ein bedeutenderes Verteidigungswerk getragen haben. Den eige nt
lichen Hauptsc hloßbau dürf ten wir wohl am ehesten an die Stelle des jetzigen Schlößchens
oder in seine nächste Nachb ar schaft zu verlegen ha ben, was auch die von Von bun erwähnten
Ruinen hin ter demselben nahezulege n scheinen.
Diese Ansicht: die A lt e b u r ga lag auf dem Amb erg oder in
seiner unmittelbaren Nähe, hat wohl nach dem gegenwärtigen Stand der
Forschung die m e i st e W a h r s ch e i n l i ch k e i t sur sich; denn nicht nur,
daß ihr der beim Volk gebräuchliche Name und somit die alte Tradition
zustatten kommt , so paßt die Angabe der Chronik „iuxta urbem Munti-
sort" auf leine der vorgeschlagenen Oertlichkeiten so gut wie auf die Am
berger Gegend. Diese ist iramlich kaum eine halbe Stund e von der Schat
tenburg, der ehemals „Montfort" geheißenen Feldki rcher Burg, entfernt,
in welch er wir die „Mnntifort" des Grafen Rudolf von Bregenz sehr
wahrscheinli c h such en müsse n. Die beherrschende Lage auf der Anhö he am
Eingang des Ardetzentales und über dem Aufm ar s chierungsr aum gegen
den Feldkirc h er Talkessel ließ gerade di esen Punkt für eine Wehrbauanlage
am geeignetsten erscheinen. Viell eicht wird man, wenn die Flurnamen
forschung des G e meindeb ezirkes Altenstadt abgeschlossen sein wird, da
mit auch zur rätselhaften Ortsbezeichn ung „Valr un" eine nähere Be
zie hung feststellen können, die dann uns ere Ansicht bekräftigen könnte.
Sei dem nun, wie ihm wolle, falls es sich auch beim G elände am Am
berg nicht um die in der Zwiefaltener Chronik er wähnte Oertli chkei t han
deln sollte, so dürf te hier doch einst eine Burganlage gewesen sein, viel
leicht eine ursprüngliche Burg „Amberg", an deren Stelle dann in einem
späteren Zeitpunkt der jetzige Schloßbau getret en wäre.20)
Letzt en Endes wäre es nicht ausgeschlossen , daß wir es in unserem
Land, genauer im Vorde rlaud zwischen Feldkirch und Götz is, mit zwei
alten abge gaugenen Burgstätten — bei Alt-Montfort und am Ambe rg —
zu tun haben, die mau gerade mit Rücksicht auf ihren frühzeit i gen, urku nd
lich nicht erwiesenen Bestand Nttd nachmaligen fast spurlosen Abgang als
„Alteburga", Alteburgen bezeichnet e.