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Full text: Die Burgen und Edelsitze Vorarlbergs und Liechtensteins. Band 1

90 Burg Alt-M ontfort . 
Der beid en Häusern Montfo rt und Werdenberg eigentümliche W a p­ 
p enschmuck oder das Helm kleino d war em jeweils verschieden 
gekleideter Mannsrumpf, das Haupt bedeckt mit einer Bischo f s nr Ütze 
m den ents prech enden Farben; die Insel galt wahrscheinlich als Symbol 
der mit der Gesantt familie zei tweilig verbunden gewesene n Schirm vogtei 
über das Bistum Chur. 
Von den soeben angedeu t eten Teilungen zun ächst in die beiden Haupt­ 
lini en und dann in deren verschiedene Verzweigungen war zum Teil schon 
oben in Besprechung der Burg Hohen-Bregenz die Rede; vom Haus Wer­ 
denberg und sein en abs t ammenden Linien wird einläßlicher bei Bespre­ 
chung von Burgen Blumenegg und Bludenz gehandelt werden. Hier er­ 
übrigt nur noch ein kurzer Rüc kblick aus die geschichtliche Bedeu­ 
tung d e s G e s a m t h a u s e s M o n t f o r t. 
Dies Dynas tenges chl echt erscheint als Erbe der Alten Grafen von 
Bregenz. Schon unter die ser Rücksicht zeichnete es sich unter dem ben ach­ 
ba rten Hochadel durch au sgede hnten Länderbesitz und äußere Machtfülle 
aus; ja, durch ihre einflußreiche Machtstellung übertrafen die Mont forter 
sogar zei tweilig diese ihre Vorgänger, seitde m nämlic h mit dem Unte r­ 
gang der Staufer das alte Herzogtum Schwaben, unter dessen Oberhoheit 
die Bregenzer Grafen noch ges tanden, zu bestehen aufgehort hatt e. Da­ 
mals, nach den Wirrnissen der kais erlo sen Zeit, hätte das gräflic he Haus 
Moni fort nicht geringe Aussicht geh abi, sogar die deutsche Konigs- und 
Kaiser wü rde zu erringen, wenn nichi innere Schwächung inf olge stän diger 
Teilungen und dauernde Fehdesuc ht schon srühzeitig den Keim des Unte r­ 
ganges in dasselbe gel egt hätten. Der grö ßte Teil des heutigen Vorarl­ 
berg und Liechtenstein war einst in sei nem Besitz, und weit über des sen 
Gre nzen hinaus, vom Sarganser Land bis an die Donau hinunter, er­ 
streckte sich sein Machtber eich, und in später er Zeit geb oten Grafe n dieser 
Fam ilie Uber Herrschaftsgebiete in Jnneröster r ei ch und Stei ermar k. Aber 
die fortwährenden Teilungen, zun ächst in die zwei Hauptlinien der Mont­ 
fort und Werden berg, und dann in die einzelnen Linien und Seitenzweige 
dieser beiden Häuser, schwächten naturgemäß Macht und Einfluß des Ge­ 
samthauses, das dann noch durch entgeg enge setzt e Politik der Familien­ 
zweige, bl utige Fehden und Zwistigkei ten unter sich und mit anderen 
Groß en des Rei ches sowie die dadurch entstehende Verschuldung, die Ver­ 
pfändu ngen und Verkäuf e einzelner Herrschaftsteile, immer mehr von 
sein er einstigen Größe herabsank. Im Lande sel bst und teilweise auch in 
feinen außerhalb gelegenen Herrschaften trat in der Folge das montfort- 
fche Erbe das Haus Habsburg an. 
Trotz so mancher dunkler Punkte in dies er Familiengeschichte und des 
tragischen Unterganges des Hauses fehlt es aber doch Nicht an Lichtseiten: 
im allgemeinen eine milde Regierung ihrer Untertan en zeichnet die mont- 
fort'sche Peri ode im Lande aus, ja ein geradezu für damalige Ze iten 
ungewohnt pa triarch al isches Verhältnis zu ihren Untergebenen, das sich 
in der Entlassung aus der Leibe igenschaf t a usdrückte, macht uns einzelne 
montfort'sche und werdenbergische Her ren sogar reckst sympathisch. Durch 
diese ihre Handlungsweise haben sie sich ein hohes Kulturverdre ns t er­ 
wo rben, da Wohls tand und kult ureller Aufschwung im Lande die gün­ 
stig en Folge n die ser damals noch lange nicht überall gekan nten Frerheit 
waren . Um das Deutschtum, die deu tsche Sprac he und Kultur , haben sich sich
	        
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