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Full text: Erdgeschichte Vorarlbergs

stürzen seien noch fo lgende erwä hnt: In den Südsch enkel des Kreide­ 
gewölbes des Bocksb erges hat ein Bergsturz eine 700 m breite Bresch e 
gerissen *). Die^kümmerlich bewachsene Schut thalde bei St. Anton am 
Eingänge ins Montafon, die Brazalans, rührt von einem gewaltigen 
Bergsturz aus der jüngeren Zeit her, der nach sicheren Anzeichen eine 
Sied lung unter sich begraben hat"). 
*) M--chart (137). 
2) Richthofen (16 0). 
3) Wimnnich (89). 
4j Penck (56). 
6) S chnlMe (173). 
Beisp iele plötz liche r und nachhaltiger Verä nderung en der Ober- 
flächensorm aus jüngerer Zeit ließ en sich noch man che anfzählen. Es 
ist als sicher an zune hmen, daß auch schon bei her Gebirgsbildung Fels- 
und Bergstürze sich ere ignet habe n, deren Material teils durch das 
fließende Wasser, teils durch die Gletscher der Eiszeit besei tigt 
wor den ist. 
Eine ungeheure Menge alluvialer Gebilde birgt das weite Rhe in­ 
tal. Es ist von den eiszeit lichen Gletschern bis zu unb ekannter Tiefe 
ausgeschürft word en. Auf seinem felsigen Untergründe liegt wahr­ 
scheinlich Grundmoräne, darüber Rhe inscho tter und zu Oberst Torf­ 
lager sowie feiner Sand und Schlamm, herr ührend von gr oßen Ueber- 
schw emmungen, die sich von Zeit zu Zeit wiederholt hab en. Auf 
Stalden in Lustenau trifft man unterhalb einer 2 m tiefen Schlamm­ 
schicht massenhaft starke, ko hlige Eichens tämme, die vor einige n Tausen d 
Jahren bei eiiiem Hoch wasser dort angeschwemmt und über einem 
Torflager in Sch lamm eingebettet word en sind") . 
Bis gegen Feldkirch muß ehede m der Bodensee im Rheintale 
aufwärts gerichtet hab en; denn unter den Torflagern bei Rüti in der 
Schw eiz und bei Hohenems hat man in grauem, schlammigem Boden 
Scha len von solche n Musch eln und Schnecken gefunden, die noch heute 
im Boden see lebend angetroffen werden. Das setzt vor allem einen 
entsprechend höheren Seestand voraus, der na chweislich bedeutenden 
Schwank ungen unterworfen gewesen ist, aber auch eine um mehrere 
Meter tief er gele gene Talsohle. 
Hier wird es am P latze fein, einig es über die Entstehung des 
Bo d e n f e e s anzuführe'n. Die früher e Ansi cht Pencks'), daß die 
Wanne des Bodensees gleichwi e and erer alpiner R andseen durch die 
ausschürfende Wirkung der Gletscher all ein entstanden sei, besteht nicht 
mehr zurecht, seitdem SchmidleH für den mittlere n Teil des Bodensees 
eine echte Grabenv ersenk ung mit Steilwänden in der Längsrichtung 
des Sees nachgewiesen hat. Sie zieht im tiefsten Sch web vor Utwil 
und Fischbach am Seegrunde in 2 km Breite dahin und umfaßt die 
Stel len größter See tiefe. Ferner hat er am Unterfee und Ueb erling er- 
see zu den Ufern parallele Schichtenstörungen besannt ge macht, so daß 
auch für das no rdw estliche Ende die Entstehung durch Sch^c htenein- 
bruch sichergestellt erscheint"). Sogar am östlichen Ende des Sees sind sind
	        
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