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Full text: Streifzüge durch Vorarlberg

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Franzosen und Russen und ich glaube sogar , wir haben 
zuletzt der deutschen Einigkeit eine Gesundheit getrunken. 
Wie dem auch sei, wir schlie fen gut und erwacht en des 
andern Tages in angenehmer La une, nur der Wirt mit 
einem leichten Kopfweh, worüber er lächelnd bemerkte: 
Das kommt von dem ZU vielen Politisieren. 
In der Frühe , als ich freundlich bes chienen von der 
Morgensonne auf dem Mont afoner strätzc hen dahinwan­ 
delte, fand ich eine Jungf rau dess elben Weges, die mir 
nach der Lan des sitte ein Gelob t sei Jesus Christu s zum 
Grütze bot, worauf ich ihr: in Ew igkeit Amen zurückgab. 
Übrigens schenkte mir das Mädchen auch sonst einige 
Ansprache und wir kamen von jenem frommen Beginn 
bald in ein weltliches Geplauder. Sie erzählte, datz 
sie in ungeheurer Ferne einen Bruder habe, wol lte mir 
aber zuerst den Namen seines Au fcnt h altortes nicht mit­ 
teil en, weil ich doch nicht wiss en werde, wo der sei; end­ 
lich aber nannte sie Astrachan in Rutzland. Dort lebe 
und wirke er als Zuckerbäckermeister, schreibe alle Jahre 
ein mal nach Hause und schi cke auch zuweilen etwas Geld 
da es ihm das elbst sehr gut ergehe . 
An dies Mädchen lätzt sich die Bemerkun g knüpfen, 
datz die Montafonerinnen im Sc hnitt des Gewandes von 
den Frauen der beiden Wa lsertä ler wenig abweichen 
und datz sie gerne rote Röcke und rote Strümpfe tragen, 
wie die Weiber im innern Walsertale und bei den Syl- 
viern , wie ehemals die Fra uen in ganz Bünden, wo diese 
Farbe zuletzt im Unterengadin noch gesehen wurde — 
eine Farb e, die vielleicht mit der Nationalität selbst 
zusammenhangt und den roma nisch en Weiber n insgesamt, 
diesseits wie jenseits des Rhätikon s, eigen war und 
welche dann wohl erst von ihnen auf die Frauen der 
Walliser überging. Auf dem Kopfe trägt das an dere 
Geschlecht im Mo ntafon einen Hut von Filz, der aussieht 
wie ein Männerhut ohne Kre mpe oder noch besser, wie
	        
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