130
Korn markt, der seine Lauben hat, steht ein altes, fins teres,
s chiefes Herrenhaus mit einem wappengezierten Erker,
das übrigens, so hochbetagt es aussieht, wohl kaum in
die Zei ten hinausreicht, als die Montforte Herre n zu
Ve ltkilch waren, sondern nach den Inschriften, die auß er
halb unter den Fenstern zu lesen sind, von den tirolischen
Rittern Kaspar von Welsbe rg und Oswald Sebner,
beide in der Mitte des fünfzehnten Jahrhunderts leb end,
erba ut worden ist. Ober der Stadt auf einem Ab
hange des Schrofens, den die III durchbrochen hat,
steht das Fe ldkircher Schloß, die Schattenburg gena nnt.
Die äu ßern Mau ern sind verfallen, die innern Gebä ude
noch bewohn bar, aber nicht mehr in gutem Stande: Eine
anmutige Aussicht über die Stadt und ihre enge Feld
mark belohnt den, der hinaufgestiegen. Fast anziehender
aber ist es von der hohen Brüc ke bei Heittgenkreuz, der
Vorstadt jenseits der III, auf Feldkirch he rüber zu sehe n,
das sich von da betrachtet grau und altertümlich dar
ste llt, auf einer Seite von den Rebe nhüg eln umspannt,
auf der ande rn von jenem kühnen Felsen überragt, der
die Burg träg t. Diese Veste mit ihren vier Ecktürmen
tritt da recht ritterlich und stolz hervor und weckt das
Andenken vergangener Zeiten nicht minder lebhaf t, als
die al ten, baufälligen Häuschen mit den bäuerlichen
Rie gelwän den, die unterhalb in den Fluß hin ein nicken,
über den auch mancher Obstbaum seine n Schatten wir ft.
Ein halbe s Dutze nd Türme, die aus der klei nen Häuser
runde aufsteigen , tun das ihrige, des Städtchens Aus
sehen bede utsam hervorzuheben. Dabei soll sich der
beschauliche Wanderer auch erinnern, daß er auf einer
Brücke steht, welche im Jahre 1799 die Lan deslchü tzen
mit den Studenten und Weiber n von Feldkirch helden
mütig und sieg reich gegen die Franzosen verteidigten,
die Massena gegen das Städtchen zu führen vorhatte.
Von der Brüc ke mag man noch jenseits der III III