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Full text: Streifzüge durch Vorarlberg

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Korn markt, der seine Lauben hat, steht ein altes, fins teres, 
s chiefes Herrenhaus mit einem wappengezierten Erker, 
das übrigens, so hochbetagt es aussieht, wohl kaum in 
die Zei ten hinausreicht, als die Montforte Herre n zu 
Ve ltkilch waren, sondern nach den Inschriften, die auß er­ 
halb unter den Fenstern zu lesen sind, von den tirolischen 
Rittern Kaspar von Welsbe rg und Oswald Sebner, 
beide in der Mitte des fünfzehnten Jahrhunderts leb end, 
erba ut worden ist. Ober der Stadt auf einem Ab­ 
hange des Schrofens, den die III durchbrochen hat, 
steht das Fe ldkircher Schloß, die Schattenburg gena nnt. 
Die äu ßern Mau ern sind verfallen, die innern Gebä ude 
noch bewohn bar, aber nicht mehr in gutem Stande: Eine 
anmutige Aussicht über die Stadt und ihre enge Feld­ 
mark belohnt den, der hinaufgestiegen. Fast anziehender 
aber ist es von der hohen Brüc ke bei Heittgenkreuz, der 
Vorstadt jenseits der III, auf Feldkirch he rüber zu sehe n, 
das sich von da betrachtet grau und altertümlich dar­ 
ste llt, auf einer Seite von den Rebe nhüg eln umspannt, 
auf der ande rn von jenem kühnen Felsen überragt, der 
die Burg träg t. Diese Veste mit ihren vier Ecktürmen 
tritt da recht ritterlich und stolz hervor und weckt das 
Andenken vergangener Zeiten nicht minder lebhaf t, als 
die al ten, baufälligen Häuschen mit den bäuerlichen 
Rie gelwän den, die unterhalb in den Fluß hin ein nicken, 
über den auch mancher Obstbaum seine n Schatten wir ft. 
Ein halbe s Dutze nd Türme, die aus der klei nen Häuser­ 
runde aufsteigen , tun das ihrige, des Städtchens Aus­ 
sehen bede utsam hervorzuheben. Dabei soll sich der 
beschauliche Wanderer auch erinnern, daß er auf einer 
Brücke steht, welche im Jahre 1799 die Lan deslchü tzen 
mit den Studenten und Weiber n von Feldkirch helden­ 
mütig und sieg reich gegen die Franzosen verteidigten, 
die Massena gegen das Städtchen zu führen vorhatte. 
Von der Brüc ke mag man noch jenseits der III III
	        
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