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vorüber, in der man, wie Winkelmann bei se iner Fahrt
über den Brenner, die Fen ster schlo ß, um die grauenhaften
Be rgge stalten nicht zu sehen. Heute fährt man im
Aussichtswagen, um die wechseloollen Bilder weni gstens
vorüb ergeh end zu schauen, heute findet man den Brenner
äußerst zahm und sucht abs ichtli ch enge und wilde Ge
birgstä ler auf.
Der Tert dieser Neuau sgabe ist nach der er sten
Auflage der „Drei Som mer in Tirol" beibehalten. Wo
eine Änderung der Verh ältnis se der früheren Zeit ein
getreten ist, wurde dies in den Anmerkun gen beigefügt.
Am 16. März 1888 ist Steub gestorben, 76 Jahre
alt. Während seine best en Freun de, Felir Dahn und
Viktor Scheffel, von Ehren zu Eh ren, von Erfolg zu
Erfol g schritten, wu rden seine Schriften nicht nach Ver
dien st gewürdigt. Es waren eben keine Reisebücher, die
er schrieb, und doch kann es keine bessere Fü hrung
geben, als Steubs so schöne Schilderungen mit in die
Berge zu nehmen . Die trockene Aufzählung der Dinge,
wie sie im Bödeker steht, ist ganz wertvoll zum Nach
schlagen, aber ungenießbar zum Lesen, na chdem man
eine Wanderung ausgeführ t hat. Ganz ande rs ver
hält es sich mit den Schriften Steu bs, die stets sow ohl
unterhaltend als auch belehrend sind. Ich mö chte sie in
manchem Punkte mit Goethe s „Ita l ienischer Reise" ver
gleichen. Allen je nen, die heute reisen, mö chte ich emp
fehlen, sich einmal naher mit der Art des Reisens vor
hundert oder auch nur vor fünf zig Jahren zu beschäf
tige n^). Mit welc hen En tbehru ngen, Enttäuschungen und
Kämpf en man früher rechnen mußte, wenn man eine
Reise antrat, welche Genü gsa mkeit und Duldsamkeit dazu
gehörte, um ehemals zum Genuß einer Reise zu kom-
1) Goethe brauchte nach Rom zwei volle Monate ■1 heute
reist man im direkten Wagen von Deutschland in weniger Stunden
hin, als man ehemals Tage brauchte. brauchte.