Skip to main content

Full text: Streifzüge durch Vorarlberg

XIV 
vorüber, in der man, wie Winkelmann bei se iner Fahrt 
über den Brenner, die Fen ster schlo ß, um die grauenhaften 
Be rgge stalten nicht zu sehen. Heute fährt man im 
Aussichtswagen, um die wechseloollen Bilder weni gstens 
vorüb ergeh end zu schauen, heute findet man den Brenner 
äußerst zahm und sucht abs ichtli ch enge und wilde Ge­ 
birgstä ler auf. 
Der Tert dieser Neuau sgabe ist nach der er sten 
Auflage der „Drei Som mer in Tirol" beibehalten. Wo 
eine Änderung der Verh ältnis se der früheren Zeit ein­ 
getreten ist, wurde dies in den Anmerkun gen beigefügt. 
Am 16. März 1888 ist Steub gestorben, 76 Jahre 
alt. Während seine best en Freun de, Felir Dahn und 
Viktor Scheffel, von Ehren zu Eh ren, von Erfolg zu 
Erfol g schritten, wu rden seine Schriften nicht nach Ver­ 
dien st gewürdigt. Es waren eben keine Reisebücher, die 
er schrieb, und doch kann es keine bessere Fü hrung 
geben, als Steubs so schöne Schilderungen mit in die 
Berge zu nehmen . Die trockene Aufzählung der Dinge, 
wie sie im Bödeker steht, ist ganz wertvoll zum Nach­ 
schlagen, aber ungenießbar zum Lesen, na chdem man 
eine Wanderung ausgeführ t hat. Ganz ande rs ver­ 
hält es sich mit den Schriften Steu bs, die stets sow ohl 
unterhaltend als auch belehrend sind. Ich mö chte sie in 
manchem Punkte mit Goethe s „Ita l ienischer Reise" ver­ 
gleichen. Allen je nen, die heute reisen, mö chte ich emp­ 
fehlen, sich einmal naher mit der Art des Reisens vor 
hundert oder auch nur vor fünf zig Jahren zu beschäf­ 
tige n^). Mit welc hen En tbehru ngen, Enttäuschungen und 
Kämpf en man früher rechnen mußte, wenn man eine 
Reise antrat, welche Genü gsa mkeit und Duldsamkeit dazu 
gehörte, um ehemals zum Genuß einer Reise zu kom- 
1) Goethe brauchte nach Rom zwei volle Monate ■1 heute 
reist man im direkten Wagen von Deutschland in weniger Stunden 
hin, als man ehemals Tage brauchte. brauchte.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.