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Full text: Streifzüge durch Vorarlberg

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geknöpften Roc ke, Lederhosen, genagelten Berg schuhen , 
schwarzem Flor um den Hals, drei spitzem Hute und 
Fäustlmgen bei der Rocktasche durchgesteckt bestand, seine 
Nachkommen nicht mehr erkannt und glau ben müssen, sein 
Bergland habe sich in eine Hauptstadt verwandelt." 
Seit der Zeit, als unter der Kaiserin Maria 
The resia die legislatorischen Reformen be gannen und der 
öffentl iche Unterricht eine bessere Einrnchtung erhielt, 
verbreiteten sich viele Kenntnisse unter dem Volke, welche 
früh er nicht gefunden wurden . Die Vorarlberger warfe n 
sich mit Eifer auf die neuen Gesetzsammlungen, die 
ihnen in die Hand gegeben wurden , doch blieb en sie 
leid er bei dem stehen, was ihnen beg reiflic h war oder 
am be sten gefiel; für den Zusammenhang des Ganzen 
mangelte das Ve rstän dnis. Vor Geric ht zog nunmehr 
jeder Rechtsuchende sein Gesetzbuch aus der Tasche, schlug 
den Artike l auf, zu dem er sein Vertrauen hatte und 
beharrte mit Hart näckigk eit auf seiner Interpretation. 
„Strei tsu cht wurde so gemei n wie das tägliche Brot, 
nährte aber nicht so gut und richtete man che Haushaltung 
zugrunde." Die alte E hrlich keit war dahin und statt der­ 
selben waren Schliche und Betrügereien bekannt ge­ 
w orden, von denen früh er niemand etwas wuß te. 
Die unglücklichen Kriegsjahre von 1796 bis 1814 
rüttelten gewaltig an dem neu erworbenen Wohlstände. 
Die Zahl der Armen und Notleidenden nahm bedenk­ 
lich zu, und als man sich wieder erholt hatt e, fand man 
für den Verlust alter Tr eue, Redlichkeit, Genügsamkei t, 
hochh erzige n Mutes in Gefah ren des Va t erlandes, einer 
gesunden und kräftigen Ju gend — nur Geld und wie der 
Geld. So 
weit Weizenegger. Das Gemälde ist nicht sehr 
sc hme iche lhaft, aber wir wollen es den Vorarlbergern 
überlassen, sich gegen ihren Land smann zu verteidigen. 
Immerhin kommen wir aus die oben geäußer te Ansicht Ansicht
	        
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