Skip to main content

Full text: Streifzüge durch Vorarlberg

■ 
73 
tragen sie ein le ichtes Tuch um den Hals, das hinten 
gebunden wird, so das; die Zipf el über den Rück en 
fallen. Das kurze, kaum handbreite Miede r — Fürtuch 
heiht es — ist an den Rock angenäht, der Lona, Loden 
gena nnt, und dessen Zeug im Dorf selbst zur Hä lfte aus 
Garn, zur Hälfte aus Sch afwolle verfertigt, daher auch 
Walsertuch gena nnt wird. In solchem Aufzug also stieg 
ein Dutzend jungf räulicher Kirchgängerinnen sc häkernd 
die Halde hinauf und von Zeit zu Zeit drehten sie sich 
sämtlich um und verwun d erten sich über den Fremden, 
der seinerseits auch allen Grund zu haben gla ubte, sich 
über sie zu verwundern. Noch ärger war die Neugi erde 
unter den Bauern, die in großer Anzah l im kleinen Wirts­ 
hause versammelt wa ren. Da zeigt en sich alle Fenster 
mit Köpfen eingerammt zu Ehren des unbekannten Pil­ 
gers und in der Trink stube war kaum der Weg zum 
Tisch zu bahnen. Sie staunten alle, aber sie sprachen 
ni cht. Vor 
dem hölz ernen Gast h öfchen zu Damüls steht 
zwar ein lu stiger Maibaum, als menu's da je zuweilen 
hoch herg inge, aber inner lich ist es ein rußig schwarzes 
Haus, fins ter und abgesehen von der Gutmütigkeit der 
Leute etwas unwirtlich. Deswegen sind denn auch, wie 
in solchen selten besuchten Alpengegenden der Brau ch, 
im Pfarrhof ein paar Gastbetten aufgeschlagen, die der 
Frem de in Anspruch nehmen darf. Im übrigen ist dieser 
Pfarrhof nichts als ein klei nes hölzernes Alpenhaus, 
zwischen dem Wirt und der Kirc he gelegen, und diese 
drer Gebä ude bilden den Stock der Gemeinde, auf den 
die übrigen Heimaten weit herum von den Bergen 
herunterschauen. Die jetzige Kirch e zu Damüls ist mit 
Ausnahme des neueren Turm es im Jahre 1484 gebaut, 
nac hdem die ältere abgebrannt war. Auf diese ältere geht 
ein in der Kirchen lade verwahrter Brief Gr afen Ru­ 
dolfs von Montfort, gegeben zu Feldkirch nach Chri stus
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.