das Blum enstück, das Porträt und das reli giöse Stimm ungsbild. Solides
zeichnerisches Könne n bef ähigt sie zur Porträtkunst, in der sie
durch die Ausdrucksfähigkeit ihrer geschm ackvol len Farbzu samm ensetzungen
nicht nur die Wiede rgabe des äußere n Mens chen anstrebt,
sonde rn we i tgehende Verinnerlichung er reicht. Das Portr ät
ihrer Mutte r ge hört zum Schönsten, was sie geschaffen. Aber auch
ihre Blu menstü cke sind fe ine, das Zarte dieser bunten Wesen innig
erfassende Gemälde, die in der farbigen Komp osition meist einen
besinnlichen, um nicht zu sagen melancholischen Untert on anstim
men.
Eugen Jussel, 1912 in Levis geboren, machte in seiner Juge nd
die Lehre als Dekorativmaler durch und erhielt damit jene gediegene
handwe rkl iche Grundlage, die in all seinen Arbeiten vers chieden s ter
Technik spürbar bleibt. Prof. Alfons Luger aus Dornbirn för derte
den jungen Male r, so daß er die Aufnahme an der Wiener Akademie
er reichte. Nach vier Jahre n all gemei ner Malerklass e bei Prof. Larwin
stieg er in die Meisterschule bei Prof. Sterrer auf. Hier wur den
sein künstlerischer Weg geprägt und die ersten Ansätze einer der
Eigenpersönlichkeit entspringenden Malweise entw ickelt . Reisen
durch den Balkan, die bis ans Schw arze Meer füh rten, durch Deutschland,
Holland, E ngland, die Schweiz und Norditalien und endlich ein
Aufenthalt in Paris boten dem jungen Vor arlberge r Gelegenheit,
weltweite Eindrücke zu sammeln.
Nach Abschluß dieser Wanderjahre macht e er sich in Batschuns
seßhaft. Bald jedoch zwang ihn die Einberufung zum Kriegs diens t
zu neuer Wanderschaft. Erst auf dem Balkan, dann im Hohen Norden
als Gebirgsjäger, durfte er dank der Einsicht eines Komm a ndeurs
weiter Pin sel und Pale tte füh ren. Es entstanden trotz der Unr ast des
Krieges Landschaftsbilder, deren schlicht beschr e ibende Art ger ade
in der unproblematisch-sachlichen Wiedergabe der Natur li egt, der
er feine Stimmungswerte abzu gewinn en weiß. Und darin ist auch
weiterhin seine Stärke zu suchen, in diese m feinnervigen Einfühlen
und Mitempfinden, in der Schau see lischer oder landschaftli c her
Stimmung und ihrer farbigen Übersetzung. Aus den Ruinen des euro- 102