Besonders die Beschreibung Pipers hat Schule gema cht, seine
Ansi cht wurde von vielen übernommen, und so sank en einzigartige
Bauteile, wie der älte ste Wohnbau der Burg, der Pa las, in der Einschätzung
so tief, daß sie späteren Baute n innerhalb und außerhal b
des Burgberings gleichgestellt wu rden. Die Täuschung Pipers läßt
sich erklären durch den Umstand, daß der hofsei tige n Palasmauer
eine Riegelw and vorgebaut wurde und daß es Piper nicht möglich
war, ihn richtig zu besichtigen, denn er war zu dieser Zeit durch
die Unterbringung wohnungsl oser Familien dicht besiedelt. Auch
die mäch tige Balkendecke der heutigen Ri tterstube war nur zu
einem kleinen Teil sichtbar, während alle andere n durch Bretterwände
voneinander getrennten Unterschlüpfe elende Gipsdecken
hatten, die tief unter der Balke nd ecke lagen .
Wie steht es nun in Wirklichkeit?
Besichtigen wir vorerst die alt en, vor 1200 entstandenen Bautei
le, so steht das Bild in der alt en, festgebauten Ritterburg vollständi
g klar vor uns in einer Ursprünglichkeit, wie sie gar selten,
wenn überhaupt noch and erswo zu finden ist. Da ist der alte
Brückenkopf (die B arbaka ne), die Piper in sein er Burgenkunde als
besonders guterhaltenes Beispie l einer solchen hinstellt. Ein altes
Bild zeigt, daß diese an ihrem Auße neinga ng von zwei halbrunden
Türmen flankiert war; von einem sind noch die Grundmauern zu
sehen. Nach dem wir sie durchschritten hab en, führt uns jetzt eine
zweibogige gewölbte Brücke, an deren Stelle früher nur eine leicht
abnehmbare Holzbrücke war, über den Halsgraben. Da stehe n wir
vor dem Zwinge r, der, wie ein Burggraben ausgebaut, die Eingangsseite,
die Känzeles eite und die Nordse ite der Burg schützt. Uber ihn
führte die Zugbrücke, die, im Belagerungsfalle gegen die Burg aufgezogen
, das Tor n ochmals deckte. Die Umfassungsmauer dieses
Zwingers weist versc hied ene Schießscharten auf. Zur Rechten des
Eingangs steht noch ein Mauers tü ck, das die Zugbrücke auf dieser 134