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Full text : Feldkirch. Die österreichische Stadt am Alpenrhein

man Bedenken , daß er ein reine r Ve rteid igungs turm ist, der nie für
Wohnzwecke verwendet wurde. Piper selb st schreibt, daß dieser
kaum bewohnbar eingerichtete viereckige Berchfrit in sein er Mächtigkeit
 völlig ei nzig dasteht. Tatsache ist, daß in ganz Österreich,
 in ganz Süddeutschland, und wie aus dem herrlichen Werk
„Das Burgenbuch von Gr aubünde n” von Erwin Pö schel hervorgeht,
auch im bur genreiche n Graubünden kein Turm von dieser Mächtigkeit
 steht; wohl gibt es Wohntürme mit etwas grö ßerem Ausmaß,
aber dünneren Maue rn und viele n Fenstern, wä hrend unser Turm
nie ein Wohnturm war, was seine Fensterlosigkeit beweist.

So konnte dieser Turm durch seine Stär ke und durch seine Lage
hin ter der Eingangswand an der breiten An gri ffseite und so nahe
der süd sei tigen Umfassungsmauer seiner dreifachen Aufgabe als
Aussichtswarte, Schild auf der Angriffseite und Rückzugsbau für
den Fall, daß der Feind in die Burg eingedrungen wäre, in jeder
Hins icht gerecht we rden. Er steht auf einem beim Herrichten des
Burgfelsens steh en gelassenen hofseit ig einen Meter, an der Bergseite
 bis 2.5 Meter hohen Felssockel und hat im unterste n Sto ckwerk
 ein festes Tonnengewölbe. Eine viereckige Öffnung in desse n
Mitte bildete die einzige Zugangsmöglichkeit; durch sie ko nnte man
mit Hilfe einer Leiter oder eines Seiles in dieses Verl ieß gelangen.
Licht und Luft erhält es nur spärlich durch einen schmalen, etwa
60 cm hohen Schlitz, der sich auf der Innensei te der Wand auf
90 cm verbreitert und mit stark en Platte n überdeckt ist. Der hofseiti
 ge Eingang in diesen Raum ist erst in den Achtzigerjahren des
letzten Jahrhunderts herausgesprengt worden, um den Raum benüt
 zen zu können. Sonst steht das Mauerwerk des Tu rmes unverändert
 da und besitzt in seiner ganz en Höhe kein spät er herausgeb
 rochen es Fenster.

In sei nem nächsten Stockwerk b efindet sich auf der dem Feind
abgewa nd ten Hofseite in 6.75 Meter Höhe der eigentli c he Eingang .
Er ist mit mächtigen Sandste ine n eingefa ßt, 1.25 Meter breit, oben
rundbogig abgeschlossen, 2.15 Meter hoch, und liegt ganz gegen die 136
            
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