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Full text : Feldkirch. Die österreichische Stadt am Alpenrhein

schein en läßt. In dies em Falle könnten wir auch annehmen, daß der
Wehrgang auf der Ringmauer, die den Turm mit dem Palas auf der
Ost-(Känzele-)Seite verbindet, in dies er Höhe herüber geführ t habe;
für den Fall, daß die känzelesei ti ge Umfasungsmauer nicht höher
war als die stadtseitige, würde diese An nahme sti mmen. Noch wahrsche
 inli cher aber kö nnte hier über der Küche noch ein Raum gewesen
 sein, von dem aus man durch diese Tür in den Palas eintrat;
der Wehrgan g wäre dann auf diese r Seite ein Stockwerk höher gelege
 n, als auf der viel st urmfreieren Stadt seit e. Auch die hohe Mauer
zwi schen Eingangswand und Turm würde diese Ansicht sehr unt erst
 ützen.

Nun zum obersten Stockwerk des Wohnturmes. Wer es vor
fünfzehn Jahre n betrat, fand nur Bretterwände und als Decke ebenfalls
 getünchte Bretter mit De ckleis ten. Der Zu stand war trostlos; als
aber dies es Gerümpel herausgeri sse n war, stand der Raum, wenn
auch öde und leer, doch bei seiner Weite und sei ner reich li chen
Lichtfülle, die durch die gro ßen Fensteröffnung en einströmt, in erhabener
 Schönheit groß vor uns. Die Mauern sind hier nur noch
1.20 Meter stark , die Fenster teilweise sogar gekuppelt nebene inan ­
der, alle sind weit und licht, die grö ßeren Fensternischen mit gemauerten
 Sitzb änken versehen, die Ni schen flach überwöl bt und alle
mit sta rken, aber ziemlich verw itter ten Sandsteinwänden e ingefaßt.
An der Hofseite, ungefähr über der Stelle des früher gesc hil derten
Brande s in dem daru nter liegenden Geschoß, ist hier ein offener
Heizkam in sichtbar, wie sie in Burgen häufig vorkomme n. Dessen
ganze Form ist an der Wand öffnun g klar gegeben, und wenn auch
der in den Raum hereinspringende, nach oben in die Wand verlaufende
 Mantel der Heizanlage fehlt, kann sich doch jeder, der
so lche Anl agen gesehen hat, ein gen aues Bild des hier gest andenen
Kamin s mac hen. Diese s obers te Palas-Stockwerk besitzt auch eine
jetzt mit Zi egeln zugemauer t e Öffnung für einen Abtritt an der
Kän zeleseite ziemlich nach der Hofmauer, und besaß , wie die Balken ­
löche r und der bis zur Fensterbrüstungshöhe vermauerte Ausgang 147
            
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