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Full text : Feldkirch. Die österreichische Stadt am Alpenrhein

gewölb e hin ter dem Eingang war wohl der eigent lich e Torwä cht erraum.
 Nach dieser Mauer übernimmt der Turm selber mit seiner
östlichen Außenwand den Schutz der Burg, bis eine Mauer von ihm
rechtwinklig gegen Osten heraus tritt und, nach fast neun Metern
nach Süden umbiegend, als Wehr mauer zum Palas hinzieht. Damit
ist der innere Bering der Burg geschlossen. An der Hofseite steht an
ihrer Nor dos tecke ein Bau mit zwei Kreuzgewö lben; hier vermute
ich die ursprüngliche Ka pelle. Den Teil zwi schen dem nördlichen
Kreu zgewöl be und dem Turm füllt ein schmale r gewölbter Raum aus,
der sehr nahe l iegend das Schat zkämmerl ein der Kapelle (der Sakristeiraum)
 war. An dem am Palas anschließenden Teil diese r Mauer
war nach innen eben falls ein Vorbau, der nach mein er Überzeugung
die alte Burgküche enthielt; dafür spricht auch die Tatsache, daß
er dem damal s einzigen Wohnbau am näc hsten liegt und durch ein
Tonnengewölbe unterkellert ist, das von der schon früher genannten
Stie ge zum untersten'Palasgeschoß zugänglich ist. über diese n beiden
Bauten war der Wehrgang der östlichen Ringmauer. Das Dach diese r
Räume war jedenfalls nur ein von der Mauer in den Hof ziehendes
Pultdach, dessen vorderer Teil über dem Gewölbe des Kapellenbaues
 noch in den Hof hereinragt und jetzt von einem über Kapel le
und Sakristei er richteten Riegelbau vermutlich um 1641 überbaut
ist. Zum älte sten Burg bes tand gehört dann sicher noch die große mit
einem Tonnengewölbe überdeckte Wasserzisterne im Burgh of. Der
Brunnen im Hof ist wohl alt, aber im Burgho f erst vor einem Jahrzehnt
 auf ge stellt und an die Hochdr uckle itung angeschlossen, gehört
also nicht zum alten Bestand; da gegen wird über der 4 Meter tiefen
Zisterne ein altes Br un nenhäus chen mit einem Wasseraufzug gestanden
 sein. Das Trinkwasser wurde auf brunne nlosen Burgen mit
Tragtieren zugeführt, nur in Belagerungszeiten und bei Brandgefahr
wurde das Zis ter nenwasser ver wendet.

Hier darf ich wohl einf ügen, daß all diese mächtigen Decken,
Säulen und Unterzüge ebenso wie die alten Dachstühle manch er
hochra genden Häuse r in der Stadt aus Edelkastanienholz bestehen. 150
            
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