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Full text : Feldkirch. Die österreichische Stadt am Alpenrhein

mauern, sie ste hen vielmehr vor dem steil zugerichteten Fels, mit
dem sie große Hohlräume bilden. Bei dem rechten Bau (mit der
Hubertusstube) sieht man beidseitig noch den zugerichteten Fels.
Die hohe Mauer dieses Baues hat zwei kleine, niedrige Öff nungen in
sehr gro ßer Höhe (je eine an den Schmalseiten), durch die man nicht
einmal den Kopf hineinstecken kann, doch sieht man, daß der Raum
hohl ist. Beim hera us ger ückten Torflügelbau aber sind in dieser
Stützmauer an der Breitseite drei ziemlich große Schießscharten ungef
 ähr in halber Höhe zu sehen, durch die man sich hineinzwängen
kann. Der Hohlraum ist teilweise mit Bauschutt ausgefüllt; es wäre
also anzunehmen, daß er vor der Eroberung der Burg schon zur Verstärkung
 dieser Burgec ke stand. Diese meine Ansicht wird noch
gestützt durch einen ande rn beme rkenswe rten Umstand an diesem
Burgteil. Im ersten Sto ckwerk sind an sein er Außenwand in gleicher
Höhe mit den heutigen Fensterstöcken im Mauerwe rk Fenstereinfassungen
 in Sandstein zu sehe n, die durch ihre ganze Lage und
Verteilung in der Mauer beweisen, daß die Wand einst eine ganz
ander e Fenste rver te ilung und viel sch malere Fenster hatte. Auch
dieser Umstand spricht dafür, daß dieser Bauteil wahrscheinlich älter
ist als der Bau mit der heutigen Hube rtus stube mit sei nen gl eichmäßigen
 schönen Fenstergewänden. Oben bot er die Mög lichkeit,
die beide n Wehrgänge im Baue selbst mi teinander zu verbinden.
Sein oberster Au fbau gehört aber siche r der Toggenburger
Zeit an. Wenn aber seine unteren Teile älter sind, wäre das ein Beweis
 daf ür, daß der Burgf elsen hier zu schmal war, um den Eingang
von dieser Seite richtig zu deck en, weshalb der hohe Unterbau nötig
war. Die drei Stockwerke mit den ein fachen Decken bieten in diesem
Bau nichts besonders Sehenswertes, sie sind durch Holzwände abgeteilt.


Der and ere, dem Palas näher gelege ne Bau, desse n mächtige
Unterbauten wir schon betra chtet hab en, hat im unteren Stockwerk
in der Höhe des Hofes einen schönen Raum, desse n gotische Decke
aber erst vor einigen Jahrzehnten ein gezogen wu rde. Sie stammt 153
            
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