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Full text : Feldkirch. Die österreichische Stadt am Alpenrhein

Ge vögel, Auerhähne, Haselhühner, Gams- und Hirs ch wildp ret, But ter
und wohlschmeckendes Obst. Matth äus Merian rühmt in seiner
Beschreibung des Schwabenlandes vom Jahre 1643, daß die Durchreisenden
 in Feldkirch gute Einkehr finden, mit feine n Sachen traktiert
 und mit gutem Trunk ver sehen werde n.

Aber nicht nur Han del und Ve rkehr blühten in Feldkirch schon
in alten Ze iten, auch das Handwe rk hatte sich schon früh ent wi ckelt.
Schon aus dem Jahre 1406 wird vom Bestände einer Zunft mit einem
Versammlungshaus berichtet. Der bere its genannte Sebastian Mün ster
beginnt den Abschnit t über Feldkirch in seinem Werke mit den Worten:
 „Eine kl eine, aber wol er bawen und gewerbsame Statt ist Veldki
 rch." Daß Feldkirch „wohl erba wen", d. h. schön e rbaut ist, davon
kann sich auch heute noch der Besu cher überzeugen, denn viele der
alten Gebäude sind noch erhalten und zeug en von der Fertigkeit und
dem Gewerbefleiß der alten Feldkircher.

Die Lage Feldk irchs an der 111 hatte aber nicht nur die oben
beschriebenen günstigen Folgen für sei nen Han del und Verk ehr, ihr
verdankt Feldkirch auch die Entwic kl ung, die es in der ersten Hälfte
des 19. Jahrhunderts zu einem der wichtig sten Indu s trieorte Vorar
 lbergs werden ließ. Die Maschinen, insbesondere die Textilma
 schinen, die damals erfunden wo rden war en, benötigten zu ihrem
Antri eb eine Kra ftquelle, und diese wurde am Laufe der Flüsse gefunden,
 in unserem Falle an den schäum enden Wasser n der 111. Wir
könne n uns vors tell en, daß schon in älte ren Zei ten am Ausgange der
ober en Illschlucht sich gewerbliche Betrieb e die Wasserkraft der 111
zu Nutze gemacht hab en. Berich tet wird uns vom Best and einer Lohs
 tampfe und einer Mühle in der Au, der späteren Schießstätte; dort
wurde auch Mitte des vorigen Jahrhunderts die bis nach dem Erste n
Weltkrieg bestandene Wegeler-Kunstmühle erbaut, die spät er in den
Besit z des Ve rbandes der Landwirtschaftlichen Genossenschaften
kam. Als die alte Mühle den neuz eit lichen Anforderungen nicht mehr
entsprach, wurde der Betr ieb in die Nähe des Frachtenbahnhofes verlegt.
 Dort wurde eine vollautomatische, kont inuierl ich arbeitende, 198
            
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