Unter den Tr ägern und Freunden dieser geistigen Bewegung und des
Bil du ngs triebes finden wir auch hiesige Geistliche vertreten, so die
Stadtpfarrherren Ludwig Rad den Ältere n (1429 bis 60) und Dr. th eol.
Ludwig Rad den Jüngeren, seinen Verwandten (1497 bis 1521); dann
den Kap lan Johan nes Müliberg, ge nannt von Winterthur, der u. a. in
die Pfarrkirche den vo rmals gotischen Apostelaltar mit Bi ldnissen
des Memminger Malers Bernhard Stri gel sti ftete; den Fe ld kircher
Priester Sebold Schad, gestorben 1514, der der Stadtbücherei ein
wertvolles Bücher-Legat hinterließ; den von hier gebürtigen Diepold
Schmid von Altmannshausen, Kanonikus in Chur, einen großen
Bücherfr eun d.
Mehrere aus Feldkirch oder der Feldkir c her Geg end stammende
Wissenschaftler machten sich einen Namen als Professoren an deutschen
Hochschulen, so die Mediziner Ul rich Ellenbog, der jüngere
Ga briel Hummelberg, der Jurist Markus Tatt, die Philosophen Hugo
Zoller und Johann es Bursch, Jo hann Mari us und Luzius Kreyer,- dann
vor allem der Astronom und Mathematiker Georg Joachim de Por ris,
genannt Rhetikus, der berühmte Schüler des Kopernikus (1514 bis 76),-weiters
Dr. Jakob Jonas aus Götzis, im kaiserlichen Verwaltungsdienst
e tät ig; auf artistisch-philosophischem Gebiet e dozierten an der
Universität Wittenberg die F eld kircher Jo hannes Dölsc h und Jodok
Mörlin sowie die aus Schlin s gebürtigen Gebrüder Barth olomäu s und
Johannes Bernhardi, die sich alle vier der damal s aufkomm ende n
neugläubigen Bewegung um Luther anschlossen.
Be ze ichnend für das hohe Bildungsniveau uns erer Stadt schon
seit der Mitte des 15. und in den er sten Jahrzehnten des 16. Jahrhunderts
ist der auffall end star ke Bildungsdrang bei der hera nwachsenden
Jugend Feldkirchs in jenem Zeitalter, in dem damal s
Feldkircher Studenten in einer Zahl, wie sie in solch überwiegender
Höhe kein anderer Ort des La ndes aufw ies, in den Matrikeln verschiedener
deutscher und ausländischer Univer sitä ten aufs chei nen.
Mit Beginn der 152 0er Jahre set zte im Lande ein neuer kritischer
Abschnitt ein, die Zeit der Glaube nsne ue rung oder Re formati on. Die
neue Lehre, die von Deutschland und der Schweiz her ins Land ein- 33