Feldkir cher Erin nerun gen Hermann v. Gilms
VON H. AM RHEIN
Der große Lyrike r Herman n von Gilm ist zwar zu Innsbruck
geboren, seiner Abstammung nach war er aber Vor arlberge r und
somit Alemanne. Sein Vater hatte sich mit der Feldkircher Bürgerstocht
er Luise Redere r vermählt und er erhielt 1815 die Landrichterstell
e in Dornbirn, wo die Mutter des Dichters im Alter von
31 Jahr en gestorbe n ist. Im März 1817 wurde Jo hann Nepomuk von
Gilm an das Kollegialgericht nach Feldkirch berufen, wo die Familie
im Grasmeyerschen Hause am Marktplatz wohnte. Von 1823 an besucht
e Herman n von Gilm das Gymnasium in Feldkirch. Mit dem
14. Lebensjahre kam er nach Innsbruck, wohin sein Vater vers etzt
worden war.
Gilm hat nicht nur Gedichte geschrieben, die zu den schönsten
Versen in deutscher Sprach e zählen, auch seine Briefe sind sehr
lesenswert. Schon 1894 hat Adolf Pichler den Wunsch ausgesprochen,
daß endlich die flotten Briefe ausgegeben werd en, denn
„Gil ms Briefe sind von prickelndem Reiz, wie ein Glas Champagner
oder ein Werkchen von Müsset. Gilm gibt sich hier, wie er war und
macht nirgends Pose." Nochmals soll ten fast zwei Jahrzehnte verstreichen,
bis dieser Wunsch erfüllt wu rde. Erst 1912 zum hundertsten
Geburtstage Gilms hat der Literarische Ve rein in Wien als
17. Band sein er Schriften Hermann von Gilms Familien- und Fr eundesbriefe
herausgegeben. Die Ausga be ist nur unvollständig, immerhin
ist diese Briefsammlung sehr wertvoll, besonders auch für uns,
weil sie Aufs chluß gibt über Gilms Be ziehungen zu Vorarlberg. Der
erste der in dem Bande enthaltenen Brie fe ist vom 24. Okto ber 1840;
er ist in Bregenz geschrieben und an die Schwester Caton gerichtet.
Der letzte der mitgeteilten Brie fe Gilms ging ai» 16. April 1864 von
Linz an Frau Anna von Gilm, seine Schwägerin in Feldkirch.
Im folgenden sollen einige Stellen aus den Briefen Gilms wiedergegeben
werden , in denen der Dichter Feldkircher Erlebnisse schildert.
Der Anbl ick von Balsaminen in Wien rief einst in Gilm Er- f>4