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Full text : Feldkirch. Die österreichische Stadt am Alpenrhein

An die schwer en Kriegshändel vergangene r Zei ten gemahnte
auch der gewaltige Run dturm, den man den Katzenturm nann te und
von dem die Bürger behaupteten, es komme seine Dicke seiner Höhe
gleich. Uns war das, da wir mit un serer kindlichen Vorstel lung nicht
am Umfange, sondern am Durchmesser hafteten, weit weniger glaublich,
 als die Nachricht, es hätt en die Konstanzer zur Zeit des großen
Kon zils dem wehrhaften Herren nicht einmal mit ihrem großen
Schupfer, einer Wurf masc hine, die zehn Zentne r schwer e Steine
schleuderte, etwas anhaben können.

Nunmehr stand er, dieweil eine friedlichere Zeit die Festungsmauern
 zumei st in die Gräb en gestürzt hatte, in einem blühenden
Garten, seine Schi eßl ucken boten den die knarrenden Trep pen aufwärts
 hastenden Kn aben spärliches Licht, und in sei nem Kopfe hing
die neue große Glocke , die läuten zu helfe n uns mehr Wonne verursachte,
 als die gelunge ns te lateinische Schularbeit.

Unter den Bürgerhäusern, deren manch e Beachtung des Geschichtsforschers
 ebenso würdig sind wie der des Kunstliebhabers,
erschien uns Kn aben das in der Vors tadt sich erhebende Gasthaus
zum Hirschen besond ers beachtenswert, ohne daß jedoc h sein ganz
gewöhnliches Aussehen den Grund u nserer Tei lnahme verraten
hätte. Aber die Besitzerin hieß ihrer Gesichtsfarbe halber die
schwar ze Muttergottes, und von ihr ging das Gerücht, sie hätte einmal,
 um ihren Reichtum zu bekunden, in sträflichem Übermute das
Feuer zum Kaffeebrenn en mit Papierzehne rle in und Guldenzetteln
unter ha lten. Also saßen wir stundenlang dem Hause gegenüber auf
den Steinstufen der alten Frauenkirche, um etwa die merkwürdi ge
Perso n bei einem Fenster zu erblicken, oder wenn sie ausginge und
ihr Geld schlecht ver wahrte, gar etl iche Zehnerlein zu erhaschen.

Unsere kindl ichen Hoffnungen haben uns stets betrogen ... die
schwarze Muttergottes hat uns nie begnadet.

Un weit dieses Hauses, aber bereits auße rhalb des Churertores,
stand in der Tiefe am Gerb erbach e die Werkstätte eines riese nhaften
Schmiedes, deren gewaltiger Poch hammer uns ebenso anzo g, wie der
gutmütige Mann selber. Und dieweil ein Sohn des Riesen mit mir 73
            
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