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sich ve rdienen mußten, gus ammenfasse nd schl ießt das Oberamt: „Solch es ist in
der Tat allein die augenscheinlich belohnende und gesegnete Wirkung ihrer
Frömmigkeit, Eintracht und ihres Fleißes; wir empfehlen daher dieses sowohl
wegen seine r klösterlichen Disziplin, Andacht und Gottseligk eit erbau lich e, als
wegen eifriger und tä tigen Verwendung für den Nutzen des All gemei nwesens
sehr verdienstvolle Gotteshaus zu hoher Protektion und gnä diger Unterstützung/'
Die Lobr ede auf das Kloster fand aber bei der Negierung in Freiburg
durchaus ke inen Anklang. Es ist eini germ aßen begreifl ich, denn der ganze
Bericht ist in einem Tone abgefaßt, daß man daraus schließen muß, er sei von
Seiten des Oberamtes vie lmehr pro domo sua als pro domo religiosa in
Thalbach geschrieben.
Die Regierung in Freiburg erwiderte einleit e nd: „Der oberamtliche Be
richt vom 26. November bestehet in einer bis zum Abgeschmack ausgede hnt en
Belob ung des Klosters Thalbach. Der gle ichen unnütze Weitläufigkeiten sind
hinkünftig zu unterlassen und die Zeit zu wesent lichen, nützlich en Gegenständen
anzuwenden, wie denn, wenn die Wirtsc hasts tabel le dieses Klosters angesehen
wird, die ganze Belob ung auf einmal zusammen fal let." Dann kommt eine ganze
Reihe von Ausstellungen in der Fassion, die alle nicht bloß das Kloster, sonder n
auch das Oberamt trafen.
I. Vor allem war zu tadeln, daß das Oberamt bei den liegenden G ütern nicht in der
Tabelle angem erkt hatte, wann sie in den Besitz des Klosters gekommen waren. Es war
dies wegen der Be stimm ungen über die Er werbung von Immobilien durch die „Tote Hand"
notwendig ..
2. Glaubte die Freiburger Regierung, bei Fraue nklöstern, die nur mit Die nstbot en
arbeit en mußte n, kön nte die eig ene Bewir tschaft un g der Güter nicht vorteilhaft sein. Es
sei also zu überlegen, ob es nicht viel be sser wäre, alle und sämtliche Güter zu verkaufe n
und den Dienstbotenstand zu verringern.
3. Die aus geli ehenen Kapitalien betrugen 24050 fl. 13 kr. zu 5% verzinst. Dabei
hatte das Oberamt unterlassen, die Sicherungen der Schuldn er anzugeben.
4. Zur stet sfort igen Un terhaltung eines Beichtvaters waren 950 fl. gestiftet, was die
Regierung und Kammer in Freiburg für zu wenig hi elt. Sie wollte ferner wiss en, ob ein
oder zwei Patres im Kloster wären und ob nicht ein Pr iester in Bregenz den Beichtvater
di enst versehen könnte.
5. „Die Zahl der ausstehenden Zinsen bel äuft sich auf 2682 fl. 58 kr. und di eses zeigt
eine besondere Nachlässigkeit in der Wirtschaft an. Das k. k. Oberamt wird hiem it befelcht,
diesen Ausstand ohne weiteres einzutreiben, auch hinkünstig sich jähr lich die Rechnung vor
legen zu las se n,-dem Provinzial oder Beichtiger aber quoad Tem porale et Oeconomicum
niemal eine Einsicht zuzulassen."
6. Der in der Fassion ange gebene gesamte Passivstand b elief sich auf 221,444 fl. 47 kr.
Dem standen Aktiva in der Höhe von bloß 24 ,050 fl. 13 kr. gegenüber. Rechnete rnan nun zu
den Aktivkapitalien auch die liegenden Güter noch hinzu, so blieb doch im merhin noch
ein bedeutender P assi vrest. „Am Ende also ist die Wirtschaft so gepflogen, daß dieses Kloster
alle Tage gantmäßig ist. Es verdient also in allweg die so verbreitete Belobung! "
Das war nun aber doch nur ein Schreibfehler. In Wirklichkeit bet rugen die Passiva
28930 fl. 49 kr., die Akt iven 26733 fl. 11 kr. Also blieb aller dings immer noch ein Passiv
rest von 2197 fl 38 kr.
7. Der Nutze n von den Gütern mit Einschluß des Viehes war mit 885 fl. angeschla gen;
die Ausgaben mit Einschluß des Dienst botenl ohn es auf 738 fl. 25 kr. Wenn man dazu noch
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den Be trag für die Kost der Dienstboten rec hnete, so war der Ert rag geringer als die Aus
gaben für dre Oekonomie.
8. Die Zahl der Klosterfrauen, 26, sei bei diese r Lage der Dinge zu groß. Eine Neu
aufnahme nur zum Schaden des Klosters. Denn was eine neu ei ntretende Novizin mit
bringe , sei in der Regel bald verzehrt, und sie bleibe gleichwohl dem Kloster zu lebensläng
licher Versorgung zur Last.
Das Oberamt hatte als durchs chnittlic hen Iahrese rt rag der Aussteu er 1000 fl. an ge
setzt. Aber da vor kurzem durch a. h. Befehl eine Neuaufnahme untersagt worden war,
konnte damit überhaupt nicht gerechne t werd en und dieser Betrag mußte wegfal len. Die
Jahreseinnahmen' waren sodann noch 4571 fl. 30 kr., die Jahresausgaben 5525 fl. 34 kr.
„So er gibt sich, daß die Ausg aben per 1000 fl. höher sind als die Einnahmen und daß
folglich dieses Kloster nimmermehr bestehen könne. Mit was Bestand kann de mnach hin
geschrieben werde n, daß durch gute Wirtschaft die Passiva kön nen und werde n getilgt werden?"
9. Als Einz ugslo hn für die Kapitalszinsen waren in der Fassio n 130 fl. in Ausgabe
gestellt. Dar aus entnahm die Freiburger Regierung eine neue Saumseligkeit. Denn es sei
doch jeder Schuldner selbst verpflichtet, den Zins zu erlegen, widr igenfalls das Oberamt
einzuschreit en hätte.
„Da also dieses Kloster unmögli ch bestehen kann, so hat das kaiserlich kö
nigliche Oberamt pfl ichtgemäßig und reif lich zu überl egen und die bestehenden
Mittel anhanden zu lassen, wie der en orme Passi vstand jährlich könne verrin
gert oder wie diese s mit den übrigen dortigen zwei Klöstern könne ver eint
werden." Bei der vorl än dischen Regierung und Kam mer war es also ausge
machte Sa che, daß dieses Kl oster keine Existenzberechtigung mehr habe.
Auf dieses sehr ungnädige Schreiben hin überlegte das Oberamt pflicht
gemäß und reif lich ein halbes Jahr. Am 9. Juni 1774 war es dann in der
Lage, die en tspreche nden Mi ttel zur Ti lgung des Pas sivstan des „anhanden zu
geben" sowie auch seine letzten Lobsprüche zu re chtfertig en und zu erklären. Ob
schon es einleitend bemer kt, es wolle sich aller Kürze befleißen, fiel der Ber icht
doch wieder sehr umfangreic h aus. Es gibt sich darin an mehr als einer St elle
die Auffassung der damaligen Zeit kund, indem die staa tliche Regierung ver
schiedene rein kirchliche Angelegenheiten als ihre eigene Domäne betrach t ete.
Rach wie vor hielt das Ober amt daran fest, daß der Vermögensstand des Klo
sters keine swegs so schlecht sei, als die Freiburger Regierung der Fas sion ent
nehme und daß es in kurzer Zeit durch die Vorschläge des Oberamtes sich empor
schwingen werde.
Gegenüber dem Standpunkt, daß die eige ne Bewirtschaftung der Güter nicht vorteil
haft für ein Frauenkl os ter sei, beharrte das Oberamt auf der Ans icht des unzweifelhaften
Nutzens einer eige nen Wirtschaft. So könnte es sich nämlich teilweise selbst ernäh ren und
urüßte nicht alles auf dem Markt um teures Geld kau fen. Ueberdies hätte das Kl oster
ohnehin für die übr igen Verrichtungen immer einige Di en stboten zu halten. Warum sollte n
sie also nicht auch auf dem Felde arbeit en? Einen größeren Vorrat von Lebensmitteln
anzuschaffen, wäre das an und für sich arme Kloster nie imstande.
Den groß en Zinsenrückstand per 2682 fl. 58 kr. erklärt e das Oberamt damit, daß es
bei der ver flossen en allge mein en Teuerung dem ohnehin nicht reichen Landmann einfach
Unmöglich gewesen sei, die Zi nsen zu entrichten, da er alles zu tun hatte, um sich und seine
Familie über Wasser zu halten. Man müßte die Schuldner, so me inte die Bregenzer Be
hörde, direkt an den Bettelstab bringen, wollt e man mit aller Sch ärfe gegen sie vorgehen.
Immerhin werde das Möglichste getan werden, um Besserung herbeizuführen.