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Full text: Die Aufhebung der Klöster in Vorarlberg unter Kaiser Josef II.

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der Ki rche in den Akten bezeugt ist. Die E infassungsma u er oberh alb der nörd­ 
lichen Seitenkapelle zieht sich alsb ald gegen Norden und dürfte wohl mit der 
großen Umfassungsmauer in Verbindung gesta nden haben, die das aus gede hnte 
G elände an der Stelle des he utigen Staatsgymnasiums und des dazu gehörigen 
Spielplatzes umgab. Auf die sem Pl atze hätten wir uns dann auch die Oeko- 
nomi egebä ude, den Kra ut- und Obstgarten des Priorates gelegen vorzuftellen.46) 
63) Ebd. Nr. 9. 
64) Adn. 9 . 
55) Adn. 10, 11. 
5”) Adn. 12. 
”) Adn. 13. 
“) Adn. 147. 
59) ธ. 107; tabulatum hier wohl nicht in der Bedeut ung: Wandgetäf e r. 
°°) Cod. Stut tg. ร. 571. Ueber diesen Maler vgl. Diöz.-Arch. von Beck. XVII I. 28. 
“) Adn. 15, 20. 
“) Adn. 16. 
3. Die Restauri erung der Kirche. 
Der Kirchenrektor ließ zunächst den bish er dire kt an der Ostwa nd plaziert 
gew esenen Hochaltar um mehr als 20 Schuh gegen die Atit te des Presbyteriu ms 
zu vorrücken und erst ellte nunmehr in der Apsis hinter dem Altar Den Obe ren 
Chor. Bi sher war das Chorgebet auf der vor erw ähnten, die Chormitte über­ 
wölbenden Galerie am unteren Ende des Presbyteriu ms in äu ßerst unbequemen 
Chor stühl en verrichtet worde n. Diese Galerie wurde nun abgebrochen, da sie 
ja zudem den Ausblick auf den Hochaltar behinderte.47) Der neue „Obere 
Chor" in der Apsis erhielt diesel be Höhe wie der abgebroch ene und wurde sehr 
bequem eingerichtet: „Insigni comm odi tate condidit"; man kon nte von ihm aus 
ohne Mühe durch das dort angebrachte Gitt er auf den Hocha ltar und den Zele­ 
branten hinunterblicken.48) 
Auf die sem Chor wur den nun neue Chorstühle erstellt, zwi schen we lche hin­ 
ein die Orgel zu stehen kam. Hinter dem Organistensitz wur den Schränk e ange­ 
bracht zur Aufbew ahrun g der Choralbücher .49) Hier an der Rückwand der 
Kirche fand das Hochaltarbild seinen Platz, nämlich das noch später zu be spre­ 
chende Gem älde: Mater admirabilis des Vinzenz Malo. Es schien, von Chor und 
Schiff aus gesehen, unmittelbar über dem Tabernakel sich zu erheben.5°) Auf 
diesen Altar setz te dann Buee lin den kostbaren Ta bern akel, der zuvor in Wein­ 
ga rten gewesen, und den er nunmeh r, den gegenwärtigen Lokal verhä ltnis sen 
entsprechend, hatte etwas abänd ern lassen.51) 
Die vo rdem zu engen Fenster im Chor ließ er zur besseren Belichtung des 
Raum es bedeutend vergrößern. In der äußeren Kirche, d. i. im Langschiff, das 
vo rdem ganz dunkel und feu cht gewesen und nur zwei ganz enge Fenster gehabt, 
ließ er zunächst diese Fenster ebenfalls erweit ern und zudeur noch vier neue 
br eite und hohe Lic htöfsn ungen einsetzen.52) 
*°) Vgl. das Oelgemälde: Brand der Stadt Feldkirch vom 6. Augus t 1697, zeitgenössiicye 
Darstellung, im Besitz der Frau Pauline Schlittler in Feldkirch, repr. in: Briefe, und Akten 
z. Gesch. d. Gymn. und Kol legs ร. J. in Feldkirch, von A. Ludewig ร. J. Gymn. Pr ogr. d. 
Stell a Matut ina III. (1910 ) S. 206/ 7. 
*7) Adn. 3. 
“) Adn 4. 
“) Adn. 5. 
°°) Adn. 6. 
51) Adn. 2. 
M) Adn. 7, 8. 
Die Uhrgewi chter, die bis auf den Boden reichte n, die Näch ststeh ende n mit 
Ge fahr bedrohten und zugl eich die Kirche verunstalteten, ließ er mittest Zu­ 
sammenlegu ng der Seile über den Pl afond hin auf („supra tabulatum" '•■) empo r­ 
ziehe n und aus den Augen bring en. °* 4 55 *) 
Den überaus feu chten Boden im Schiff ließ er erneuern und mit neuen 
Pl atten beleg en; de sgleichen die häßliche n Kirchenbänke beiderseits ท่ท Schiff 
durch neue, sehr bequ eme ersetzen.65) 
Den alten Ausbau des Marienaltares, der nur aus drei staff elweise über­ 
einan der gestellten Bil dern besta nden ha tte, ließ er abändern; im unteren 
Teile brachte er das marianische Gnadenbild an und darüber das kostbare Van 
Dyck'sche Gemälde, wovon später mehr. °°) 
Ebenfalls ließ er den Seitenaltar des hl. Benedikt, der zuvor nicht einm al 
ein Bild dieses Heiligen enthalten, sondern dessen Aufbau nur ein hölzernes 
Behältnis von fünfthal b oder fünf Schuh Höhe dargestellt hatte und mit einer 
Kreuzigungsgruppe (Maria und Iohannes) geschmückt war, erneuern und das 
Gemälde des hl. Benedikt, von Enge ln umgeben, vom steirischen Maler Linck, 
dara uf anbringen.57) 
Den Altar in der sogenannten St. Anna -K apelle, sonst St. Lorenz-Kapell e 
genannt, ließ er ebenfalls neu errichten und mit einer Tafel, St. Anna und die 
„heilige Sip pe" vorstellend, zi eren.58) 
Das Plafondgetäfel, im Kalen darium Tabulat oder Bünne genannt,5" ) im 
Schiff ließ er entfernen und ein neues anbringen, auf welch em zuvor in den 
einzelnen Fe ldern verschiedene Benediktiner heilige, als Erfinder oder bede utsame 
Bahnbrecher ihrer Zeit berühmt, mits amt Inschriften durch den Feldkircher 
Maler Franz Thumb 60 *) gemalt worden. 
Das Getäfer der Chordecke ließ er durch den Konstanzer Maler Andreas 
Asper mit Darstellungen von deutschen Heiligen des Benediktinerordcns nebst 
paffenden Inschriften schmücken. °4) 
Die Dürer'sche Madonna, von Enge ln umgeben, bestimmte er für das 
Grab mal des Barons Eyrl in der Kirc he und stattete das Bild mit einem 
schwarzen Holzrahm en aus, nachdem zuvor weder der Name noch sonst eine 
Erinnerung an diesen erlauchten Herrn in der Ki rche vorh anden gewesen.62) 
Ein Kreuzbildnis mit lebensgroßem Korp us von dem berühmten Bildhauer 
Höschl in in Ulm ließ er mitten unter dem Chorbogen aufstellen („in aditu chori chori
	        
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