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LANDWIRTSCHAFT
HANDEL, GEWEBBE
VER KEHR
Landeskultur in Bprarlberg bar 1000 Suhren.
Es dü rfte für manchen Leser bon Interesse sein, zu erfahren,
wie es in un serem Lande bor zirka 1000 Jahr en in Land wirtsch aftlicher
Beziehung aussah. Um die Neugierde der Betreffe nden wenig
stens teilweise zu befriedigen, bringe ich nachstehend das Wichtigste
aus einer diesbezüglichen Abhandlung des verst o rbenen Advoka ten
Dr. Remter in Dornbirn (erschienen im 39. und 40. Jahresberichte
des 2. L.-MTt useums - V ereines über die Sahre 1900 und 1901,
Seite 73 u. f.) zum Abdrucke . Kemter schreibt:
„Die römischen Ge s c hichtsschre iber, welche über Rhätien berichtet
haben, schilder n die Kultur Rhätiens zur Seit, in der die
Römer ins Land dra ngen (15 b. Chr.) als eine nicht unbedeutende.
Daß vor altem in den Hochgebirgstäler n der Haupterwverbsziveig
in der Viehzuch t besta nd, ist einleuc htend und es mar daher auch
die Weidewirtschaft im guten Zust ande; aber auch der Ackerbau
wurde in ben tief er gelegenen Tälern schon betrieben. Vortrefflich
gediehen die verschiedenen Waldbäu me und es tourbe mit ben berschiedenen
Erzeugn iss en bes Waldes: $0l unb Ha rzen ein schivungvoller
Handel nach dem ©üben getrieben unb bagegen Erzeugnisse
bes Süde ns eingetauscht. Auch die Bienenzuch t war groß unb
lief erte dieselbe einen vortrefflichen Honig, der im Süden sehr gesucht
war.
Nach ber Erobe rung bes Landes durch bie Römer wurde ber
Landbau ver mehrt unb verbes sert, ins bes ondere burch eine verbesserte
Pflege des Getreidebaues unb burch bie Hinzufügung bes Weinbaues.
Der Landbau nahm auch eine bedeutend größere Ausdehn
ung an, weil viel bisher unbebauter Boden ber Kultur burch
Verkauf ober Verpachtung an römische Einwander e r zuge führt
wurde. Der Verkauf unb bie Verpachtung bes bon ben Römern
als Staa tsgrund eingezogenen Grund unb Bodens unb bie Serstücfl
ung desselben in k leinere Teile an Ansiedle r und Veteranen
machte auch eine intensivere Bea rbeitung des Bodens mögl ich.