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dies uuf den Brauch, sich über erlittenen Brandschaden ein Zeugnis
ausstellen zu lassen, um damit das Stitleid anderer wachzur ufen,
oder auf die brie fliche Drohung, ein Haus anzuzünden.
„Sum Ange binde schenken." Wenn wir jem and etwas zum
Geburts- oder Namenstage schenken, so nenn en wir das nicht selte n
ein Angebinde. Das Geschenk, das die Tauf paten dem Täuflin g ins
Bettch en stecken, heißt Angebinde. Die Sitte ist freilich jetzt nicht mehr
häufig, selbst unter den Landbewohnern nich t.
Auf einen anderen Brauch geht die Wendung „einen schnüren"
oder „in die Sc hnur neh men" zur ück. Die auf einem Neubau arbeitenden
Altaurer und Zimmerer ban den öen Bauherrn an, wenn
er nicht tägl ich den Bau besic ht igte, sonder n nur etwa einm al kam,
um sich von dem Fortschrei te n des Baues zu überzeugen. Auch Neugierige,
die den Bau besichtigten, mü rben geschnürt und später durch
einen Freitrunk freigegeben.
„In ben April sch icken." Wer sich am 1. April fopp en läßt,
wird Alprilsnarr genannt. „Am 1. April schickt man den Narren,
wohin man will." Der Volkswit kennt verschiedene schöne Sachen,
um die der Gefoppte geschickt mirb, wie : Stecknadelsomen, DTückenfett,
Ktebsbl ut, hölzerne Cisensteck en u. a. m. Apothe ken, Dnte tzger
eien und Kr äme rläden sind vorab, denen man ben Alprilsnarren
zuschickt .
„Die Tafel aufheben." Die Tisc he waren in früheren Seit en
so eingerichtet, daß die Pl atte abgenommen werd en konnte. Wenn
nun ein Gang vorüber mar, wurde diese ab- ober aufgehob en, fortgetragen,
neu g efüllt und wie d ergebracht, nach dem letz ten Sang aber
endgültig aufg ehoben.
„Ei nem etwas aufbi nden", ihm die Unwahrheit sagen, ihn zum
bes ten halten.
„Um des Kaisers Bart streiten" ist so viel, wie um Ungewisses
oder Unbedeutendes streiten, was des Streites nicht inert ist,
3. B. ob die römisch en Kais er ober Karl ber Große Bärte getrage n
haben ober ni cht. Da nun auf Münzen unb anderen Gegenstän d en
bie Kaiser bald mit, bald ohne Bart dargestellt mürben, so sonnte
man darüber im Zweifel fein.
„In Bausc h unb Bogen." Bei einer eine Fläche begrenzenden
Bogenlinie verst eht man unter Baus ch das nach auswärts, unter
Bogen das nach innen Gebogene. Gin Bausch bringt an bem Inhalte
ber Fläche wie der ein, was ihm ein Bogen entzogen hat. Und
so bebeutet denn auch die Redensart „in Baus ch unb Bogen " soviel
als: alles in allem genommen, eins ins anbere gerechnet, sodaß ein
Verlus t burch einen Gewin n wied er wett gema cht wird.
„Blauen Mo ntag machen." Das heißt, ben ontontag untät ig
hinbri ngen, ohne zu arbeiten. Der Ausdruck „bl au" geht dara uf zurück,
daß am obontag vor Aschermittwoch ber Altar in ben Kirchen
blaue Bekleidung erhielt. Da nun aber an biefem Montag ge feiert