Die Feuerwehr.
Während die meisten Nachbar orte im Laufe der Zeit von großen
Feuersbrünsten heimge suc ht wurden, hat Lust enau in seiner
1100jährigen Geschichte keinen einzigen Großbrand zu ver zeichnen .
Dies hängt mit der von jeher offe nen Siedlungs- und Baua rt zusammen.
Um so zahlreicher sind bei uns zu manchen Zeiten Einzelbrandfälle
gewesen.
Altbürgermeister Albert Hämmerle.
Bis zur allg emeinen Einführung der Versicherung in der zweiten
Hälfte des letzten Jahrh un derts war das Abb rennen gleich bed eutend
mit Armwe rden. Die Famil ie eines Abbrändlers zog mit
einem Gemeindeausweis versehen von Haus zu Haus und von Ort
zu Ort, um bei guten Menschen eine Unterstützung zu erbitten. Gute
Nachbar n ha lfen den Ungl ücklichen durch Beis t ellung von Baumaterial
ien und Fuhrwerken, sowie durch Fronarbeiten so gut es ging
beim Wiederaufbau ihres Gute s. Oft dau erte es viele Jahre, bis ein
Abbrändler wieder „ein Dach über dem Kop fe" hatte .
Da hatte der Nachtwächterspruch „Hört, ihr Leut', und laßt euch
sage n, uns' re El ock' hat 12 geschl agen; bewahr t das Feuer und das
Lic ht, daß diese Nacht kein Unglück g'schiecht!" seine besondere Bedeutung,
und manches Vaterunser wurde dem heiligen Florian, dem
No thelfer gegen Feuersgefahr, vor dem Schlafengehen ge betet. 104