Parzellen miteinander verband. Andere uralte Straßen sind die Rhein -
dorfer-, Stald en- und Holzstrahe sowie die Kirchstraße vom Löwen
bis zur Pontenstraße . Die Kennzeiche n ihres hohen Alters sind vor
allem die zahlreichen Krümmungen, lebenden Zäune, zum Teil noch
Straßengräben und die daran liegenden alten Häuser, von denen
viele einen Steinwurf von der Straße wegstehen, wie dies in Alt-Lustenau
nach alemannischer Siedlungsweise einst bei allen Häusern
der Fall war. Die Reichsstraße se tzte sich nach Norden bis Fußach,
nach Süden bis Hohenems fort, dessen Bewo hner bis ins 16. Jahrhu
ndert zur Pfarre Luftenau gehörten. Von den rund 70 Straßen,
die Lustenau heute durchziehen und den fre mden Gästen oft große
Orientierungsschwierigkeiten bereiten, find drei Viertel nach dem
18. Jahrhundert gebaut worden. Die heutige Strahen be n ennung
und Häusernumerierung ist erst 30 Jahre alt. Bis dahin wurden
alle Häuse r fortlaufend numeriert. Die Kirch e hatte Hausnummer 1,
die Kap elle 2, dann kam der Stalde n dara n, dann das Holz usw.
Viel zahlreicher als heute waren früher die einsamen F eldweglein,
die von einer Par zelle zur anderen und in die Nachbargemeinden
führten. Hatt en doch die Stalder neben der alten Stra ße ihren
eigene n Kirchweg, den sie mit größter Sorgfalt pflegten. Aus dem
Rheindorf herüber führt e ein eigener Mühlweg zur Holzmühle. Die
freien Hofmänner machten größere Ausgänge oft zu Pferde. In der
alten Lustenauer Tr acht, das Seitengewehr umgeschnallt, ritten sie
zur Ammannenwahl, aus Hochzeiten und benachbart e Kirchweihen,
ja sogar nicht selten zum Sonntagsgottesdienst.
Die alten Parzellen.
In weiten Zwifchenräumen lagen um die Her ren breite herum
einst die sieben Weiler: Wiefenrain, Grindel, Weiler, Rheindorf,
Hag, Stalde n und Holz. Nur Gr indel und Wei ler waren etwas
näher beisammen. Als die älteste wird der Wiefenrain bez eichn et,
doch dürften Grindel, Weil er und Stald en nicht viel jüng er sein.
Jede hatte zu gewissen Zeiten ihre besondere Bedeutung.
Am Wien fen rain standen nach allgemeine r Ansi cht die
er sten Kirchen und das Herrenhaus des Kön igsho fes. Hier lagen die
Pfarr- und Frühmeßgüter, und auch der ält este Uebergang, Furt
und Fahr, mittels welche n die linksrheinischen Bewohner zur Kirche
und ins Gem eind ehaus herüberk amen.
Durch den G rind e l zog die ält este Straße, die dort auch mittels
Schlagbaum (Grindel) abgesperrt wer den konnte, um von den
durchfa hrenden Kaufleuten den Zoll einzuheben. Im 16. Jahrhundert
dürfte auch eine Kirche dort gestanden Hab en.
Der W eile r, dessen Name aus eine geschlossene Siedlung hinweist,
erlangte seine Bede utung als das Gem eindehau s, die Taverne
. wahrscheinlich im 16. Jahrhundert dorthin ver legt wurde.
Im Wei ler befand sich auch bis 1912 das Postamt. 116