Die Hofteilung vom Jahre 1593.
Zur Schlic htung der Angele g enheit wurde eine Kommis sion
eingesetzt, in welche jeder Teil vier Mitglie der entsenden konnte. Die
Lustenauer bestimmten dazu ihren Ammann Magnus Hagen
und die Geschworenen Hans Peter, Hans Vet ter und Josef
H ä m m e r l e, während von Widnau und Haslach Jakob Frei,
Hans Turicher, Ba llus Torggler und Ulrich Grabher ernannt wurden.
Außerdem waren für jeden Teil vier angesehene Männ er von
au swärts als Schiedsrichter bestellt . Diese Kommis sion verhand elte
nun über die vollständige „Teilung der gemei nsamen Nut zungen an
Wunn, Weid, Ried und Vorach, Trieb und Tratt, an Auen, Holz
und Feld" und über die Aufstellung eines eigenen Ammannes und
Gerichtes für Widnau. Nach lan gen Beratungen wurde am 4. Januar
1593 die Teilungsu rk u nde unterzeichnet, deren wichtigste Bestimmung
en hier in freier Reihenfo lge kurz genannt sind.
1. Der linksrheinische Teil soll unter dem Namen W idnau
ein eigenes Hofgericht erhalten.
2. Der Rhein soll künftig die Gr enze beider Orte bild en,
er n eh m e oder g eb e. Nur wenn der Rhein (der da mals noch oft
se inen Lauf innerhalb der Rheinauen wechselte) Eigengüter (d. h.
Güter, die nicht wie die Rheinauen zum Gemeindegut gehörten) wegnimmt
, so sollen sie, wie von jeder geschehen, wie der erstattet werde n.
3. Die Widnauer sollen wie bishe r den F e n ch - A e p f e l- und
R ü b e n - Z e h n t e n an den Pfarrer und Mes ner von Lustenau
bezahlen.
4. Das Jsenried (südlich von Wi dnau) soll künftighin den Widnau
ern allein zur Nutz ung dienen.
5. Die Rheinauen zu bei den Seiten des Rheins sollen auch fernerhin
gemeinsamem Trat dienen, sowe it und solange sie nicht eingefriede
t werde n. Doch kann jede Part ei von ihrem Teil nach Belieben
„bauen, einlegen und einfrieden".
6. Die Widnauer erhalten nebst allen Gütern aus ihrer Seite
noch einen Teil der Riedmähder diess eits des Rheines, die sogenannten
„Schwe izer Ried er". Di eselben erstrec kt en sich: „Von
oben herab bis an die Forch, von da gerade hinaus gegen den Rh ein,
an den landsfürstlich-österreichischen Weg und also dort unten gegen
den Amtsspeicher (am Wiesenrain), in der Richtung, wie die Forch
im Gsig gegen die Müder rinnt," ferner untenauf (una ufa) vom
Höchster Landgraben bis an das lang Seeg rü blein (dort war früher
der Li ngensee) am Dornbüren Landgraben hina us bis in die Ach,
ausgeno mmen ungefähr ein Mannsmahd breit für die Lustenauer,
damit sie mit ihrer Hab' in die Ach zur Tränke kommen können. Jede
Part ei hat der andern „zu gebührlichen Zeiten" Weg und Steg „von
und auf das Seinige zu geben. Im übrigen soll en die Widnauer
Weg und Steg auf ihre Güter selber unterhalten."
"Daß die Wi dnauer bei die ser Teil ung nicht zu kurz gekommen
sind, ers ehen wir aus dem Artikel 8 der Urkun de, worin es heißt: 44