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Full text : Der Reichshof Lustenau

zwar viel größer, aber nicht so sti lvoll ist. Die Deckengemälde stammen
 von K. Rick, Feldk irch. Der Hochaltar mit dem Erlöserbild von
Bobletter stand einst in der Feldkirch er Pfarrk irche. Der Marie naltar
 wurde unter Pfarrer Dietrich , der Josefsaltar unter Pfarrer
Dr. Baldauf erstellt. Die Fenstergemälde stammen aus dem Jahre
1928. Die

älteste Glocke ist das Marienglöcklein, das nach der Sage
von der Steckenwegerin gestiftet und durch 300 Jahre als Versehgl
 öcklei n geläutet worden ist. Heute hängt es in der Lorettokapelle.
 Im Laufe des 18. Jahrhunderts wurden in meh reren Malen
 drei weitere Glocken beschafft, die jedoch keinen harmonischen Zusammenklang
 gaben. 1899 erhielt dann Lustenau eines der schönsten
 Geläute des Landes aus der Gießerei Chiapani in Trient, das
aber 1917 zur Schaffu ng von Kriegsmaterial abgeliefert werden
mußte. Drei Jahre hindur ch war das „Appolusglöcklein" der einzige
 Rufer vom Turme. 1920 wurde für ein neues Geläute gesammelt.
 Die vor handenen Mittel reichten nicht für ein Bro nzegeläute.
 Man mußte sich mit Stahlg locken begnügen, die von der
Fa. Böhler in St. Florian geliefert wurden. Die Orgel wurde 1904
von Behmann, Schwarzach , erstel lt.

Die Pfar r güter.

Die Pfarre i Lustenau war ursprünglich von ihren Stifter n mit
bedeu t endem Grundbesitz ausgestattet worden. Im Laufe der Zeit
ist ein großer Teil derselben, das Widum und die Herre nbündt , in
Priva tbesitz übergegangen, und es verblieben nur noch zerstreute
Aecker und Wi esen als Pfründengut. Bis um die Mitte des
18. Jahrhunderts führten die Lustenauer Pf ar rherren eig ene Landwir
 tsch aft, die durch Knechte beso rgt wurde. Heute sind die Güter
verpachtet.

Die Namen der frühesten Pf ar rherren von Lustenau sind völlig
unbekannt. Der erste urkundlich genannte Pfarrer ist Hei nrikus
v. Buw ix, 1355. Aus demselben Jahrhun dert wer den noch Ulrich
von Magdenau und Chr istof Mayer von Altstätten genannt. Im
15. Jahrhundert find en wir die Namen Hei nrich Tro escher, Lienhart
Geser und Johannes Sachs. Aus dem 16. Jahrhundert sind genan
 nt: Christian Rainlin, Joha nn Waibe l, Hein rich Blum, Martin
Pfleghar. Von da an ist die Reihe ziemlich ges chlos sen. Sie lautet:
Hans Reischer (der 1613 das erste T a u f b u ch a n l e g t e),
Jakob Sperger, der „Pestpfarrer", Jakob Schreiber, Konstantin
Rogg (der auf geheimnisvolle Weise kam und ging), August in
Brunner, Johann Netzer, Joh. Georg Hämmerte (der Erba uer der
dritten Kirche), Christian Ludescher, Adam Kra ntz, Matthias Hämmerte,
 I. G. Hämmerte 1721—1746, I. G. Lin der, Alois Kronast,
Josef Anton von Leo (der bei einer Ueberschwemmung mehreren
Personen das Leben rettete), Bene dikt Reichart und fein Bruder
Gebhar d Reich art und Micha el Wolf. Seither hat Lustenau noch
sieben Pfarr he rren gehabt, von denen zwei zugleich das Dekanat 66
            
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