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Full text: Citadelle Bregenz

dann erhebt fidy die Frage, ob wir einen weiteren Derfuch gemacht 
hätten. Auf jeden Sall hätten wir uns feitwärts gegen den Dfänder 
wenden mülfen, und dadurch wäre ficher eine Stunde verloren gegan- 
gen. Hätte uns aber der Poften geftellt, dann wäre das Unternehmen 
zu Ende gewefen. Dasfelbe Glück begleitete uns am Rücweg. Herr 
Sinf, der uns den Weg zur Höhe zeigte, Jah auf feinem Heimweg 
pfänderwärts mehrere Soldatentrupps; drei Stunden fpäter Famen 
wir mit den Sranzofen in jene Gegend. Wären wir nun befhoffen 
worden, dann hätten die Sranzofen mit Recht uns umgelegt und Jidh 
dann zurüdgezogen. Das Ende von Bregenz wäre bhefiegelt gewelen. 
Wir trafen gottlob auf dem Rüdweg nur einen unbewaff- 
neten SGoldaten 
Die Ereigniffe in Eichenberg und Zußenreute. 
Wenn auch diefe Örtihaften weit von der Heerftraße liegen, fo 
Tollten fie, wenn audy ohne bedeutenden Schaden, doch nicht ohne 
große Aufregung das Kriegsende mitmachen. Schon am Montag 
waren die erften ver]prengten Truppen nach Eidhenberg gekommen. 
Sie blieben den ganzen Tag, und man glaubte, daß fie in der Um- 
gebung einen Stüßpunft ausbauen wollten. Doch alle Soldaten 
waren bereits Ffampfmüde, baten die Bevölkerung um Zivilkleider 
und Jagten, daß fie davongehen wollten. Dor allem fragten fie um 
den fürzeflten Weg in den Bregenzerwald. Die Soldaten, welche aus 
der Umgebung von Friedrichshafen waren, verfhwanden auch tat- 
Jächlicdh in der Nacht am Montag. In der Srüh am Dienstag waren 
no) ungefähr 30-40 Mann hier, welche nicht wußten, was fie tun 
Tollten. Es waren Neichsdeutfche; dier Defterreiher waren Ichon 
durchgegangen. Auch die Offiziere waren ratlos und befhloffen, den 
Reft der Mannfchaft zu entlaNen. Lehrer Baldauf fragte, ob er die 
weißen Sahnen aufziehen dürfe. Sie hatten nichts dagegen: Nun 
hatte aber die Tochter des Lehrers eine tot=weiß=rote Sahne aufge- 
zogen. Diele erregte großen Protelt. und die Offiziere erklärten, 
man möge fie einziehen, fonft werde die Schwelter erhoffen. Diele 
Offiziere gingen dann nad) Lochau und gaben fid gefangen. Diefem 
Beifpiele folgten die reftlidhen Soldaten. Hier nun bringe id den 
Bericht eines biederen, braven Mädchens, weldhes in diefen Tagen 
der Gefahr eine Jeltene Einfaßbereitlhaft an den Tag legte. Es war 
dies die Tochter vom Lehrer von Eicdhenberg, „Srl. Elfa Baldauf, 
geb. am 6. Dezember 1921. 
Als die Soldaten von Eichenberg weggegangen waren, da IHicte 
mid; mein Dater nad Lußenreute. Man hatte nämlidy vereinbart, 
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