die Luftwaffe nicht gerechnet. Schelling glaubt, daß die Sranzofen
dur) die Befchießung mit Artillerie Truppenver/hiebungen in der
Stadt verhindern und zugleid) bezweden wollten, die Hindernife an
der Klaufe ungeftört zu fprengen; dies lag nicht im Sinne ihrer Zielftrebigfeit.
Die Sranzofen waren ja Feine Sefellihaft, bei welcher
Bregenz gegen Brandfhäden verliert war. und zudem bringt Schelling
in der 13. Sortfeßung felbft die richtige Antwort, wenn er den
Seneral Lecoq Jagen läßt, „entgegen allen völferrechtlidhen Abmachungen
Seien feine Truppen aus dem Schußgebiet heraus befhoNen
worden; auf eine folde Strupellofigkeit hin habe er die Stadt
befhießen laffen”. Da diefe Belchießung doc) nicht mit Gewehren
ge/hehen Fann, wurde Artillerie eingefeßt.
13, SortjeBung.
Hier ftellt Schelling die Srage: „Wer trägt die Schuld an der
Belhießung?” Und er antwortet: „Die Schuldfrage aufzudecken, it
nicht Aufgabe diefer Unterfuchung.” Ja, was ift denn Aufgabe diefer
Srageftellung, wenn die Frage nicht beantwortet wird? Schuld an der
Befhießung von Bregenz tragen eben jene, welche fi$ an maßgebender
Stelle für die Verteidigung der Stadt einfeßten. Die Unter
befehlshaber trifft Feine Schuld. NReicherter ging am Samstag vormittag
fort und hat an der leßten Phafe feinen Anteil. Schelling
glaubt, Solhardt in längeren Ausführungen verteidigen zu mülfen.
Aber deffen Wille gab Feinen Ausfchlag; fein Machtbereich war Flein,
und er verließ bereits am Sonntag vormittag die Stadt. Maior Treß
endlich ging am Montag früh von Herzenmoos weg; feine Truppen
verließen die Klaufe erft am Montag nachmittag. Er war am Sonntag
von feinem Poften enthoben und zulegt immer gegen die Verteidigung
der Stadt; er hatte fogar die Ablicht, General Schmidt töten
zu laffen.' ac Ausfagevon Dr. Schädler in Altenftadt beauftragte
er den Jagdauffeher Plattner von NRöthis, einen feiner Soldaten,
Seneral Schmidt zu erfhießen. Er teilte diefem mit, daß Schmidt
im NRöthnerbädle eine Tafel halte. Der TifdHy war wirklich Thon
gedeckt, und im leßfen Augenblif wurde Schmidt in Gökis noch aufgehalten.
Plattner machte fidy an das Unternehmen, drang mit feiner
Mafdhine bis in den Saal, der leer war.
Yun wäre die Srage der Schuld von Knoblauch zu erörtern.
Er hatte den Mut, obwohl Schmidt dagegen war, im ent/heidenden
Augenblit die Depeche an das Rote Kreuz zu zeichnen, und damit
war in leßter Stunde unferer Stadt wenigftens formell gedient.
Sonft zeigte er hon Sfters die Zähne und Fnurrte, folange der Seind
in der Serne war; im allgemeinen war er ja nur der Briefträger feines
Dorgefekten.
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