Laterns, Rankweil, St. Pet er, Mei ningen, Al tenst adt, Tisis und
Göfis. Die heutigen Pfarreien Weiler, Diktorsberg, Dafins, Sulz,
Llebersaxen, Nofels, Tasters, Müd er, Altach und Kisingen Waren
Bestandteile anderer Pfarreien. — Zum Gerichts t e i l Rankweil
rechnete man die heu tigen Gemeinden: Mei ningen, Rankweil, Altenstadt,
Göfi s. Lleberfaxen, Taste rs und Tisis/ zum Sulzer Gericht steil
dagegen: Altach, Müder, Götzis, Klau s, Weiler, Röt his, Sulz,
Fraxern, Viktorsberg, Zwischenwasser und Laterns. — Jeder Bezirk
hatte auch seinen eigenen Geri chtsboten oder Waibel, seine eigene
Tafeme (Schenke) mit dem Taf erner oder gerichtlich bestellten Gastwirt.
Lieber
dem Doppelgericht Rankweil-Sulz bestand bis 1806 das
„Freie Landg eri cht zu Rankw eil in Müsinen auf einem Bühel bei
dem Dorfe Gulz ". Bis zum Llebergange der Feldk ircher Grafschaft an
Oesterreich 1390, führten Gaugrafen den Vor sitz bei diesem Gerichte.
Ihnen zur Seite standen ursprünglich 6, später 10 Sc höffen, meist
Vertrete" der Ad elsg eschl echter. Nach dem Aussterbe n der adeligen
Geschlechter vererbte sich das Sc höffenamt in 13 fre ien Geschlechtern
des Landes. Das re ichssr eie kaiserliche Landgericht (Reichslandesgericht)
zugleich österr. Landgericht, welches auch als höchstes Zivilgericht
über Eigen und Lehen unter Freien Waltete, bestand bis 1806,
dem Beginn der bayrischen Herr schaft im Lande. Knter der österr.
Herrschaft War der Vogt und später der Vogteiverwalter in Feldkirch
als Frei-Landrichter-Vorsitzender auf der Gerichtsstätte in Rankweil.
Vorarlberg
besaß 24 Gerichte oder Stände.* Der Abgeordnete
eines Stande s hieß Ammann, durch Sti mmenmeh rhei t alle 3—4
Jahre vom Volke gewählt. Er mußte körper l iche und ge istige Anlagen
haben und wohlhabend sein. (Materiell schlecht ging es einem
Landammann se lten, denn von ihm sta mmt der alte Spruch: „An
Buch ha, Wia an Landamm a" ). Das Amt des Waibels wurde
durch Zulau fen beset zt. So wohl Ammann als auch Wai bel und
Taf erner wurden be eidigt. Der Tafe nrer hatte die Au fgabe, die
Taferne mit allem Notwendigen zu versehen und zu halten, jedem
das S einige ohne Bet rug und Vort eil um das Geld zu geben.
Bei der Mahl des Landammanns gab es nicht selt en
Schl ägereie n, so z. B. 1774, wo die Götzner ihrem Mitbürger
Loa cker und die Rankweil-Altenstüöter ihrem Joh. Kaspar Gising er
von Altenstadt das Votum geben wollten. Auf beiden Seiten gab
es blutige Köpfe und den Sieg er rang Gising er.
* Feldkirch, Rankweil-Sulz, Reuburg, Höchst-Fuhach, Dornbirn, Bregenzer-Wald,
Damllls, Jagd berg, Blud enz, Sonnenberg, Montafon, Bregenz, Hofrieden,
Hofsteig, Alberschwende, Lingenau, Sulzberg, Mitt el berg, Tannberg: Reichshe
rrschafte n: Lustenau -Hoh enems, Blumenegg: Aropstei: St. Gerold. 10