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Full text : Heimatkunde der Altgemeinde Altenstadt

Um Pilze kümmert man sich hier nur Wenig. Nur die Wenigsten
ken nen dieselben. Die Leute schauen fast alle für minderwertig oder
gifti g an. Eine Ausnahme macht man noch mit der Morch el. („Morach
 a") Aus der Suche nach derselben rufen die Kinder:

„Moracha, laß di krach a,-Find
 di, so nimm öi ;
Find di net, so loh di stoh,
Dnd laß di im Maia unt ergoh."
Günsti g ' Mairegen las sen sie wie über Nacht aus dem Boden
hervorspringen. — Manche kennen noch den Pf if ferling als eßbar,
dann aber dürfte die Neihe vollständig sein, alle an deren sind ja
doch nur „Krotadächer" und öer kleine Kni rps ver mutet unter jedem
dieser „Krotadächer" auch bestimmt a Krot.

Der Wildstand ist nicht bedeutend. Während noch vor etwa
25 Jah ren 60 bis 80 Stück Nehe und etwelch e Hirsch e die Jagd
begehrlich erscheinen ließen, sind es heute höchste ns noch bis 20 dieser
Tiere. „Die Jagd den eige nen Leuten! " war die Parole . And wirklich.

Eine zusammengewürfelte Gesellschaft von „Jagöfreu nöen"
(Jäge r selten!) besorgt zwar den Abschuß der Tiere, kümmert sich
aber nicht um den Nachwuchs derselben. Bald sind Nehe Selten ­
heiten. wie es die Hasen ja auch schon geworden sind. Fas anen,
die von einer Schweizer Jagdgesellschaft hieher verpflanzt wur den,
ko nnten den ha rten und schneereichen Winter 1910/11 nicht überdauern.
 Häufig trifft man den Fu chs, seltener öen Dachs in öer Noten
Au. Das Eich chhörnchen ist ebenfalls zurückgegangen.

An Geflügel, das außer der Wildente nie zahlreich war,
wären noch das Nebhuhn, die Wachtel, öer Neiher und die Schnepfe
zu nen nen. Seit einigen Jah ren übertointern auch Schwarzstörche
hier, nisten aber nicht. Hie und da verir rt sich auch ein Llhu von den
nahen Schwe izerber g en zu uns herüber. Gewöhnliche Eulen und wilde
Tauben sind nicht selten . Singvögel aller Art sind zahlreich Vorhan
 detl.

Blumenfreunde finden in öer Noten Au ziemlich seltene
Pflanzen. Wie den Frauenschuh („Holzschüehle") Eypripeöilum Lalceolus,
 das gefleckte Lu ngen kraut (am Damm nach Meini ngen) ,
ferner die Eröscheibe-Ehklame (du rch Hochwasser hieh er verp fla nzt),
das Ble iche- (Orchis pallens) und öas Hei mknabenkraut (Orchis
militaris), dann das Maiglöckchen und öie Haselwurz (Ase rum
europeum), ebenfalls angeschwemmt.

Der Seltenheit wegen seien hier noch der wohlriechende Knoblauch
(Allin e) und die Gumpfschwertel mit karm inr oter Blüte (Glaöiolus
pal uot) erwähnt, die zwar außer der Noten Au im nahen Bangser
Nieö Vorkommen.

Wer offenen Auges durch Sie Note Au wandert, wird also in
manc her Beziehung voll auf seine Nechnung kommen , ganz abgesehen
 von öen herrli chen Spaziergängen, öie sich dort machen lassen, 154
            
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