Altenstadt die Schulverhältnisse ziemlich einheitlich waren, so grif fen
diejenigen Von Alt en stadt-Gi singen doch mehr ineinander, wie etwa
die von Nofels-Altenstadt. Begrei fl ich! Gisingen lag Altenstadt sehr
nahe und War bis 1896 also bis in die neueste Zeit, dorthin eingepfarrt.
Bis 1857 mußten sogar die Kinder von Gisingen bis zu
9 Jahr en die Sommers ch ule in Altenstadt besuchen, die Knabe n die
Knabenschule, die Mädc hen die Sch ule der Dominikanerinnen. Der
S chul besuch War jed och überaus flau. Mit vo ll endetem 12. Lebensjahre
War das Kind ausgeschult. Die Winterschule wurde verhältn is
mäßig fleißig besucht . Die „alt e" Winterschule dauerte von Mart ini
bis Georgi, später vom 15. Oktober bis 15. April, sei t,1921 bis
Ende April. Bis 1869 dauerte die Sommerschule drei, seit die ser Zeit
Vier Monate. Daß das Interesse, hauptsächlich an der Sommerschule,
nicht all gemein War, beweist Lehrer A. Frick, indem er unterm
28. September 1872 sc hreibt: „Heute wurde die Gommerschule geschlossen.
Dom Sch ulbesuc he bis zum vollendeten 12. Jahre war keine
Rede. Ja, einige kamen nicht einm al bis zum 10. Jah re. Während
Vier Monaten Sommerschule hatte ich von den 66 Kindern nahe 1000
Versäumnistage usw." So kam es natürlich auch, daß Kinde r schon
im Alter von acht und neun Jah ren Fabriksarbeiter sein konnten. —
Bald jed och sollten die Schu lgesetze stren ger gehandh abt wer den.
Das Kind sollte die Sommerschule bis zum vol lende ten 10. (heut e
12.), die Wint ersch ule bis zum vol lende ten 14. Le bensja hre besuchen.
In Gisingen wurde bis 1798 in Bauernstuben unterrichtet. In
diesem Jahre baute man das erste Sc hulhaus (heutiger Kons um).
Simon Schatzmann gab den Bauplatz hiezu um 80 fl. Dieses Haus
war aber bald zu kle in. Schon 1832 mußte man ein neues Sc hulhaus
bauen. Den Grund hiezu kau fte die Gemeinde Von Joh. Jgnaz Frick
um 93 fl. 58 Kr. Maurermeister Amann in Göfis hat das Haus
erstellt In den Jah ren 1849—51 diente es Militärzwecken. Der
Unter richt wurde in das dem Schulhaus gegenüberliegende Bauern
haus des Josef Küs ter verlegt. Als im Jahre 1896 die Schule
dreiklassig wurde, mußte Oberlehrer Geiger, der bis dahin seine
Woh nung im Schulhause hatte, diese verlassen, weil neue Schulr äume
geschaffen werden mußten. 1901 wurde die Vierte Klasse eröffnet,
damit waren alle Räume des Schul hauses be setzt. — Die Hämmerlefabrik
brächte es mit sich, daß seit 1894 von Jahr zu Jahr immer
mehr Arbei terfam il ien, besonders aus Sü dtirol, nach Gisingen kamen
und brauchte man nicht Prophet zu sein, um zu erke nnen, daß ein
Ne ubau (das dritte Schulhaus) bald notwendig sein wer de. — Mit
Gem eindebeschluh vom 30. Jänner 1903 wurde das Anwesen des
Fidel Gau, Hs.-Nr. 59, samt Bündt, als Bauplatz zum jetzigen
Schulhause um die Summe von 11 .600 Kronen erworben. Schon
1904 wurde mit dem Bau begonnen, 1906 im Herbs t konnte das
neue Schulhaus bereits bezogen wer den. Es ko stete samt Bau grund
etwa 90.000 Kronen. Baumeister waren Alois Allgäuer und Fer 179