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Full text : Heimatkunde der Altgemeinde Altenstadt

Tür eines solchen Zimm ers im Gastha us zum Löwen ist noch vorhanden
 und lautet: „Her Andreaß Weber, Landamen Baider gerichter
 Nankweil und Sulz 1716" .

Man wird heute sch wer tun, sich ein Bild über das ursprüngliche
 Altenstadt („Veldtkirch") vor Augen zu stellen. Nur wenn man
bedenkt, daß die St. Martinskapelle einst die Kirche für die Bewohn
 er von Altenstadt und Umgebung War, er sieht man, wie gering
diese Gegend damals bevölkert gewes en sein mußt e. Die Besitzer der
Wenigen aber gr oßen Einzelhöfe saßen vie lfach nicht einmal hier,
sondern in der „Neuen stat t", im heutigen Feldkirch. Im 13. und
14. Ja hrhun dert War das Landschaftsbild schon Wie der ein bedeutend
an deres gew orden. Die St. Martinskapelle war zu klein geworden,
für die schon zahlreicher gewordenen Kl e inbauern in Altenstadt und
Umgebung mußte eine größere Kirche erbaut werden. Nicht nur,
daß große Einzelhöf e zersplitterten, Lehengüt er in Eige ngüter übergingen,
 es wurde in Gi singen und jetzt auch jenseits der Jll immer
mehr Boden urbar gemacht. Unter den neuen Land bauern befanden
sich auch sol che aus der Stadt Feldkirch, sie sind uns unter dem
Namen Ausbürger beka nnt. Sie Waren den übrigen Bürgern von
Altenstadt gleichg estellt , reichten aber die St euern der Stadt Feldkirch.
Zu Beginn des 18. Jahrhunderts fin den wir noch annähernd vie rzig
solcher Ausbürgerfamilien in der politischen Gemei nde Al te nstadt.
Sol che Aus bürger Waren in den me isten Gemeinden in der Umgebu
 ng Feldkirchs an zutref fen. Ihretwegen kam es oft zu großen
St r eitigkeiten zwisc hen der Stadt Feldkirch und den betr effenden
Landge mei nden, bis dann bald nach 1700 die Ste u erverhältnisse
der Äusbürger ve rtraglic h ger egelt Wurden.

Neben der eig enen Ackerscholle besa ßen Groß- und K lei nbauern
zahlreiche Güter, die nicht ihr Eigentum Waren, die sie nur ^zu
Lehen bes amen, daher Lehengüt er genannt wurden. Lehengüter
ko nnten Kirchen, Häuser, Bündte n, Alpen, Weide n, Wälder, Aec ker,
Wiesen usw. sein. Die Eigentümer die ser Güter hieß man Leh enherren.
 Das Lehe nwesen ist uralt und rei cht bis in die Zeit der
Karolinger zurück. In unserer Gege nd vorzüglich bekannt als Leh enherren
 waren die Könige (Kaiser), die verschiedenen Montfortgrafen,
der Jo hanniteror den in Feldk irch, der auch in Altenstadt noch Leibeigene
 hi elt, das Kloster St. Gallen , das Eh urer Domkapitel, die
Klöster Ehurwalden, Schännis, Pfeiffers u. a. m. Auch Sie pfar r-Herre
 n Von Altenstadt waren Lehenherren.

Die be kannt esten L e hen War en:
1. Die Erb leh en, die vom Vater auf den Sohn über gingen,
bis der männliche Stamm ausstarb.

2. Die Kunkellehen, hier blieben auch die Töchter bis zum
Abg änge der ganzen Familie im Besitze der Lehen und

3. die S ch up flehen, die beim Tode eines Lehenträgers eingez
 vgen und nach Belieben wie der vergeb en wur den. Seltener Waren 188
            
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