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Full text : Heimatkunde der Altgemeinde Altenstadt

diese Zeit gerodeten und umgelegten Weiden und Waldunge n. 1818
traf es auf jede Bürgerfamilie 10 Mittmel an offenen Gründen
und Streueböden. Zusam men waren es 393 Gemeindegüter im Ausmaße
 von 3930 Mittmel, was einer Fl äche von zirka 320 Hekta r
gleichkommt. Die 1818 neu ausgeteilten Gemeindegüter waren bis
1846 vorn Staate steuerf rei .

Die Gemeinde gutsbesi t ze r hatt en zeitweilig große Kosten zu
tragen. Bei der Jllregulierung in den Jahren 183 0—40 und noch
späte r mußten sie jähr lich 40 bis 50, sogar bis 60 Tage unentgeltlich
arbeiten. Am Rheine waren sie verpflichtet, wenn es ver langt
wur de, nebst den 24 Kreuzern, die sie Vom Staa te pro Tag ererhielten,
 Frondienste zu lei sten und noch jährlich zwei Gulden
zu bezahlen. Dazu kamen noch verschiedene an dere Lasten,
sie machten um 1905 herum zusammen jährlich etwa 15 Kr onen aus.

(Noch zur Zeit als die Bayern in unserem Lande regierten —
um 1812 herum — wollte ein großer Teil der Bürgerschaft der
Gemeinde Altenstadt auch die ganze Note Au-Walöung an die einze
 lnen Bürger aufget eilt wis sen.* Die bayrische Negierung hat aber
dies Ansinne n der Bür gers chaft glattweg abg ewiesen . Die Fo lgen
wären ja ungeheuerlich gewesen. Ein ga nzes Netz Von Haupt- und
Nebenwegen wären in der Au entstanden und viel nutzbarer Waid
dadurch ver loren gegangen. In jeder Gel dver l egenheit hätte der Wald
herhalten müss en und schließ li ch hätten geldkräfti ge Leute schon binnen
wenigen Jah ren den grö ßten Teil des Waldes in ihren Händen
vereinigt. Eine starke Lebensader gera de der ärmeren Bevölker ung
wäre hier für immer vernichtet wor den.)

Da nun die 1600 Mi ttmel gro ßen Nied- und Weideflächen zur
Gänze in Gem ein degüter (T eile) verwandelt worden waren, wurde
das Vieh in die Note Au beiderseits der Jll ausgetrieben. Beson ders
das Dorf Altenstadt als am weitesten von den Auw aldung entfernt,
scheint jed och dagegen gewesen zu sein. Line Beschwerde von die ser
Seite, die 1823 gegen diesen Austrieb an die Vorgesetzte Behörde eingereicht
 Wurde, ver mochte jed och an die ser Tatsa che ni chts mehr
zu ändern. Ziegen und Schafe wur den ebenfalls dahin ausgetrieben,
doch wurde letzteren der Austr ieb bald verwehrt . — Der Zaun um
die Au wurde anfänglich auf Kosten aller Bürg er erst ellt. Dagegen
wehrten sich nun jene Bürger , die kein Vieh in die Au austrieben,
mit Erfolg. Vom Stall auf Ginders wurde be reits bericht et.

Bis 1870 War die Gemeindegut-Anwärterzahl schon bedeutend
angewachsen. Unter den Anwärtern jener Zeit sammelte Andreas
Schatzmann in Altenstadt Unter schri ften (49 an der Zahl) und legte
mit diesen dem da maligen Gemeinde-Ausschusse ein Gesu ch um Neuverteilung
 der besteh ende n oder Neuausgabe (Neubruch von je vier
Mittmeln per Anwärter) von Gem eind egütern vor. Dem Ge suche

* Wie dies 1803 in Frastanz gesche hen ist. 227
            
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