in angenehmer Steigung auf die Höhe bringt. A nfäng lich, so
laug noch „aperer" Boden war, ging es auch rasch vorwärts.
Schlimmer gestaltete sich der Ansti eg, als wir beim Schne e au
gelangt waren und der Weg in Folge dessen sich nur von Zeit
zu Zeit wieder finden ließ. Fehlgehen kann man natürlich nie,
weil der bre ite Sattel ganz offen daliegt, aber das häufi ge Eiu-
brec hen in den zu wenig verharschten Neuschnee hatte etwas
sehr Ermüdendes. Da ich meist in die F ußstapfen meines
Führers trat, nahm ich mir selten Zeit, Rückblick auf die Laud-
fchaft zu nehmen, obwohl derselbe nach jeder Rich tung l ohnend
ist. Die friedlich unten liegenden Hütten mit dem stillen Kirch
lein, die Majestät der ringsum ausgebauten Bergcolosse, das
blendend weiße „Federbett" des Brandner Gletschers entzücken
das Auge ebenso, wie der Blick thalauswärts zu den blauen
Bergen des innern Walgaues und zum hohen Freschen, der
über die ganze nördliche Kette domin irend herauss chaut.
Endlich nach zweistünd ige m Marsc he hatten wir deu Sattel
des Sar e isersoches erreicht. Er ist, mau kö nnte fast sagen, scha rf
wie ein Messerrücken, so daß man plötzlich mit einem Blick das
jenseitige Malbunthal überfliegen kann. Ein wohliges Gefüh l
durchströmte mich, als ich uicht weit unter mir die Alpenhütten
l iegen sah und zugleich das hübsc he Sträßchen, das mich nun
mühel os bis nach Vaduz, be ziehuu gsweis e bis zur Bahustatiou
führen würde. Für Herrn Forstmeister Hosp, deu Vorstand des
braven „Pfla n zers", riß ich ein Blatt ans mei nem Notizbüchlein
und sc hrieb hinauf: „Lieber alter Freund! Ich hätte wahrlich
uicht gedacht, daß der erste Gruß, deu ich uach fast dre ißig
Jahren, wo wir als flotte S tudenten beim Adambräu kneipteu
uud tanzten , Dir zusende, zugleich eilte Bitte sei. Ich habe
nämlich im Vertrauen auf Deiue stil l s chweigende Genehmigu ng
einen Deiner „Pflanzer" überredet, mich auf das Sareiserjoch Sareiserjoch