220
längerem Anstieg erbl ickt man das Hörnle und links davon eine
andere Sp itze, die mir mein Begleiter als Gatterwand bezeich
nete. Rec hts davon führt der Weg über das niedere Joch ins
Mittel bergisch e. Ehe man da ansteigt, ist noch eine ziemlich
breite, mit magerem Graswuchs bedeckte Au zu dur chgeh en, das
„Aeuele", in den Karten mit „Eibele" bezeichnet. Bald da
hinter steht rech ts am Wege eine Tafel mit der Aufschrift „Ue ber
das „Hörnle". Also da hinauf müssen wir, dachte ich mir, und
pa tschte iu eine Lache . Ja, wenn es bei diesem Fehltritte ge
blieben wäre, aber der ganze Weg über besagten Sattel ist nur
eine bald offene, bald verdeckte Lache. Ich weiß mich bei meine n
vielen Tour en au feilte zu erinnern, die mich so wie diese zum
b eständi gen Patschen im wasserdurchweichten Boden gezwungen
hätte. Da gibt es feilt Ausw eich en, sonde rn nur eilt energisc he s
Weiterpatschen. „Ja woher kommt denn das viele Wasser?", fragte
ich meinen Begleiter. — „Das fiuiiit (kommt) von oba n'acha."
Diese Auskunft beruhigte mich zusehends, und mich ins Unver
meidliche fügend, bewegten sich meine „quietschenden" S ohlen
mechanisch hinter den Tritte n meiner Reisegenoss en , während
das Auge an dem malerischen Bilde hing, das dieser nasse
Gang bietet. Ein ansteigendes, waldumrahmte s grünes Mahd
mit Alpenhütten und ernsten Wetter tanne n, dahinter als Schluß
der Kamm des „Hörnle", wirklich schade, daß einem d ieser
landschaftliche Genuß durch den ve r maledeiten Sumpfboden ver
gällt wird.
Nach beiläufig einer Stun de standen wir auf dem H örule-
Uebergang und sahen deu äußeren Theil des klei nen Walser
thal es im Abendsonnenschein vor uns liegen . In der Ferne
blinkte das „Walserschänzle", die fröhliche, nun dem Bacchus
geweihte Erinn erung sst ätte an die einstige Thalsperre gegen
die Schweden. Es ist zugleich G renze von Mit tel berg. M unter M unter