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Full text: Wanderungen in Vorarlberg

erging es mir mit der „Seekapelle", die nur einen Büchsenschuss 
weiter am Ende der Ra thh ausgasse steht. Auch hier fand ich 
den Zugang zum Kirchenschiff verspe rrt und mußte ich mich be­ 
gnügen, durch das Vorgitter hin ein zuspäh en. Der Meßner, den 
ich am Chore herumhantiren sah, beantwortet e meine Frage, 
eob er mir nicht öffnen könn e, mit der lako nisch en Antwort 
„Jtz amo( net". Er hatte wahrscheinlich schon im Gedanken 
inen halben Knöpfli im — Mund. Die Kirche bietet, so viel: 
ich sehen konnte, im Innern gerade nicht viel Merkwürdiges. 
Der linke Seite naltar zeigt ein Schutzen gel bil d, der rechte die 
Gottesmutter. Auf dem Hocha ltar stand noch der „Auferfta n - 
d ene", das dahinter hänge nde Alta rbild ko nnte ich wegen der ve rdü­ 
sternden bemalten Glasfenster, nicht ausnehmen. An der Rückwand 
der Kirch e ist eine Tafel eingemanert, welche uns die Entstehungs­ 
geschichte die ses Gotteshauses offen bart mit der Inschrift: „Dieses 
Gotteshaus wurde erba ut zum dankbar en Gedächtnis eines am 
13. Jänner 14()8 über die feindlichen Appe nzeller mit Hilfe 
Gottes und der Ritter vom schwäbischen St. Georgsschild er­ 
fochtenen Sieges." Das war das gra usige Morden am Rebe l­ 
inorgen des Hilariustages 1408, das dem Wüthen der sieg es­ 
trunkenen Bauernschaaren Halt gebot. Ueber dem ALassengrabe 
der Erschlagenen wurde erst nur eine kleine Kapelle errichtet, 
so „anno 1610 e rweitert und zu einer schöne n kirche n anfge- 
bawen ... zu St. Georgen genannt". Dem e n tsprechend er­ 
blickt man auch in den Nis chen an der Außenseite der Kirche 
in plastischer Darstellung auf der einen Seite den heiligen 
Geor g, der den Drachen erschlägt, auf der anderen den Drach en- 
tödter Michael. 
Die Bregenzer haben übrigens alle Ursache, das Andenken 
an diese Rettung zu ehre«, denn da mals hatte man es nicht 
mir mit den Schweizern, sondern auch mit dem r ebellische n ein­
	        
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