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Full text: Wanderungen in Vorarlberg

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Im Verlaufe des Gespräches erfuhr ich manches mir Neue über 
die Alpeuwirthschaft des Hinterwaldes. Man trei bt das Vieh 
geqen Mitte Juni nach Schönebach und b leibt da bis Kre uz- 
crfi ndnng (8. Juli ), dann bezieht man die Hocha lm bis Kreuz­ 
erhöhung (14. September). Wä hrend die ser Zeit wird unten 
geheut, das he ißt, der sogeuauute Schloot oder Filz, der aus dem 
Borsäß unterdessen gewachsen, wird gemäht und einget han. Um 
Galli (16. Cctober) kehrt das Vieh kranzgeschmückt nach Hause, 
um bis Allerheiligen ans gemein s amer Weide zu bleiben. Um 
Marti ni (11. November) zieht alles wieder nach Schvn eba ch, 
da wird nämlich der während des Juli und Aug ust gewon nene 
Schlo ot oder Filz verfüttert. Dieses ist nothwendig, um Düng er 
für das kommen de Frühjahr, April 1111๖ Mai zn erhalten. Wer 
daher im Vorwinter mit seinem Vieh nicht zum Schloot- oder 
Filzfü tte rn auf die Vor säß ziehen kann, darf im Sommer nicht 
he uen. Hier bleib t man nun, bis alles Heu verfüttert ist, was 
gewöhnlich um Weih nachten herum ein tritt. Dann zieht man 
wieder heim. Nicht wahr! eilte ganz originelle Art von Alm­ 
leben, die übrig ens auch ill manchen andern Thälern Vorarl­ 
bergs, z. B. Montavon, üblich ist. 
Aber jetzt wo llen wir zahlen und dann aufbrechen. Doch woh in? 
Sollte ich wieder auf demselben Wege nach Bezau zurück, 
um nochmals in die Fallstricke der gestrigen Kege lgesellscha ft zu 
fallen? Nse und n immer. Ich konnte auch nordw ärts durch 
das Subersthal über den sogenannten Hengstig nach Sibrats- 
gfä ll: auch einer jener l ohnenden Rundgänge, an denen Vorarl­ 
berg so reich ist. Aber dieser Weg führt ebenfalls wieder nach 
Be zau. ' 'Noch zwei Routen stan den offe n. Die eine führt über 
die „Halde" und „Fella" durch Gerach hinauf zur Alpe und 
von da über Grappa durch das Schwarzwasserthal nach Hirsc hegg 
in das klein e Walserthal. Dahin sind aber vier gute Stunden. t
	        
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