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Full text: Wanderungen in Vorarlberg

Dinier, bie hier oben, umringt vom kli ngenden Hornvieh in der 
frischen Lnft und bei guter Verpflegung die heiße Jahreszeit 
zubrin gen. Da ist es im küh len Salettl neben dem Ha use, 
umfächelt von Alpenluft gar wohlig zu sitzen, während das Auge 
sich an der herrlichen Nah- und Fernsicht erfreut. Der Um­ 
stand, daß unweit davon hübsches Wa ldrevier sich ausdehnt, macht 
den Aufenthalt um noch einen Reiz angenehmer. 
Anch die meteorologische W isse nschaft hat hier einen Ab­ 
l eger, auf den mich mein ku ndiger Führer aufmerksam mac hte. 
„Sehen Sie, das ist ein Regenmesser", sagte der Kleine und 
deu tete auf ein s ch affähnlic hes Gefäß , das un weit des Gasthofes 
s tand. „Wohe r weißt Du denn dies", fragte ich den Jungen. 
„Das hat mir der Lehrer gesagt", war die Antw ort. Wenn 
ich mir denke, "welch lebhaftes Interesse für Alles und welche 
Menge von Wiss en der Prachtbnrsche während des ganzen Weges 
im reinsten Schriftdeutsch offenbarte, so muß ich der Schule in 
Schwarzenberg Uttd ihrem wackeren Leh rer Feuerstein alles Lob 
spenden. 
Im Gasthofe s elbst traf ich einen Böhmen, der mit seiner 
Ladung Glas waren von Dornbirn über die Lose her aufg estie gen 
war und sich nun bei einer Flasc he „M ohrenbier" gütlich that. 
Wohin doch die ses Volk überall kommt! Bis zu den h öchsten 
Einzelgehöften strei fen diese Hausierer Haupt- und Nebe nthäle r 
ab und finden dabei ihre Rechn ung. 
Nachdem ich den erst en Durst Uttd Httttger ge stillt hatte, 
entlie ß ich meinen jungen Reisebegleiter und besichtigte dann 
die Wirthshausloealitäten. Es ist alles auf das freundlichste 
und bequemste eingerichtet, so daß jede r, der nicht raf finirte n 
Hotelluxus gewohnt ist, sich begnügen kann. Ein saub er getäfeltes 
Kneipzimme r, ill dem zwei Guitarren hängen, gewährt anch bei 
schlechtem Wetter vergnügliches Beisa mmense in. Die Preise sind sind
	        
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