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der Kirsch- Iinb Apfelbä ume die Anger überschneit und die ganze
Gegend mit Duft sättig t, oder im Herbst, wenn die obstschweren Aeste
über den Weg hangen und die Rebstöcke die Traubeufülle kaum
zu trage n verm ögen.
Den schönsten Anb lick aber genießt das Auge, wenn sich der Zug
dem Markte Rankweil nähert, das in weitem Umkreis um die hoch
thronende Kirche gr uppirt ist. Letzt ere steht wie ein mittelalterliches,
b ethürmtes Schloß auf dem rebenumrankten Fe lskegel des „Frauen
berges" und sc haut ge biet erisch über die weite Thalebene, als wäre
sie sich der Bedeutung be wußt, die Rankweil einst gehabt. Denn
hier bei dem schon im 11. Jahrhundert erwähnten Ranguilla,
dem früher wahrsche inl ich romanischen Vinomna (vineam in a,
Weingarten), stand die uralte Geri chtsstät te von ganz Unter»
rhätien. Von Arlberg bis zum sc hwei z erischen Septimer und
vom Walle nsee bis zum T hurgau und Bodensee reic hte die
Macht dieses Gaugerichtes, das germanischem Bra uch ent sprechend,
auf der gr oßen Wiese von Müsinen unter freiem Himmel abge
halte n wurde. Wie alt der Stammbaum dieses wohlhabenden
Marktes ist, mag da raus her ro rgehen, daß die Pfarre St. Peter
in Rankweil, die noch gegenwärtig als se lbstän dige Kuratie neben
der auf dem„Frauenberg" b esteht, die fränkis chen Könige Dag obert I.
und Siegebert I., die im 7. Jahrhundert lebten, zu Stiftern hat.
Es wird auch noch gegenwärtig int Juni d iesen be iden
Merow inger Fürsten „ein ewig gestifteter Jahrtag" in der Pfarr
kirche gehalten. H inter Rankweil, das durch die Ausmündung
des Laterufer- und Valdn nath ales eine abwechslungsreiche Flanke
erhält, öffnet fich geradeaus die reben- und tannenbegrenzte Enge
von Lev is, und ehe wir es meinen, steh en wir vor dem trau
lichen Feldkirch, mitten im Herzen Vorarlbergs.
Doch ehe wir es betret en, wollen wir zuvor noch einige
hervorragende P unkte des Rheinthals, die wir auf der Fahrt
nur im Fluge berührten, näher besichtigen.