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Full text: Vorarlberg : nach den von dem geognostisch-montanistischen Verein für Tirol und Vorarlberg veranlaßten Begehungen geognostisch beschrieben und in einer geognostischen Karte dargestellt

92Auf 
dem Wege von Blud enz durch das Walser-Thal 
nach Schröcken, und überdas Anf eld , Amlec h, und 
den Fl echsen nach Stuben, zeigt sich folgendes: Zwischen 
Nüzider s und Ludesc h siebt schwarzgrauer Kalkstein an, 
streichet von Ost nach West und fällt nach Süd. Die Sohle 
des Walser- Thals ist bei ihrem Ausgang ins III-Thal, 
wie dem größten Theil ihres Verlaufs nach so schmal, 
daß sic blos für den herausströmcndcn Lu tzbach Raum hat. 
Seine untern Geh änge lie gen doch über den Bach, der 
in der Tiefe fließt, und sind größtentheils bewach sen. Am 
Eingänge des Thals oberh alb Thüringen stehen schwarze 
Schiefer an, am Wege bemerkt man Geröl le und Blöcke 
von Glimmerschi efer und Gneis. Etwa 600 Schritte wei­ 
ter am Wege liegt ein Steinbruch, in welchem schwa rzgra uer 
Kalk gebrochen wird. Ung efähr drei viertel Stunden 
vor St. Gerold, ze igen sich am Wege anstehend wied er die­ 
se lben schwarzen Schiefer, streichen von Südwes t nach Rord- 
ost lind fallen nach Südost. Eine viert el Stu nde weiter stehen 
die Schich ten des Kalks se nkrecht, sind mit bis 1 y2" dick en 
Kalkspath-Ade rn durchz ogen, und wechseln mit sehr dünn­ 
schiefrigen Schichten. Bei St. Gero ld findet sich ziemlich 
häufig ein körnigblättriges Ge stein, grau, hart, (3—4) mit 
Quarz-Ade ru durch zogen und Ausscheidungen von Kalkspath. 
Drei vie rtel Stunde hi nter St. Gero ld tri fft man sandigen 
Kalkstein mit Kalkspath - Ader n, und kaum eine vi ertel 
Stun de weiter wied er das vorerwähnte körnigblättrige Ge­ 
stei n. Hinter dem Dorfe Son tag wer den die Blöcke von 
sandigem Kalk stein zahlrei ch, und gegen Fontanella siebt 
man grauen, muschlichen Mcrgclk a lk, mit demselben Strei­ 
chen und Fal len anstehen. Im Bache zwischen Buchboden 
und Rvthenbrun ist roth er Mcrgclkalk häufig. Die Badquelle 
zu Rvt henbrun entspr ingt im Kal kschotter. Sieben bis acht 
Quellen spr udeln hart neben dem Gadcnbach hervor, wer­ 
den in einem hölzernen Basin aufg cfangen, und ins Bad-
	        
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