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Full text : Der Gebhardsberg bei Bregenz als Burgsitz, Wallfahrtsort und Aussichtswarte

Golgbrunnen; doch war das Schloß durch eine
hölzerne Leitung auch mit laufendem Wa sser verse hen.
Von einer Schlo ß ka pelle ist in der Urkunde nicht
ausdrücklich die Rede; doch äst anderwärts bekannt, daß
eine solche bestand; ob isie f reistehe nd war oder in eines
der Ritterhäuser «eingebaut war (Er ker an der Rückseite
des Palas?), ist nicht mehr zu ermi tteln.

Die ganze Schloßanlage war also dama ls in einen
oberen und unteren Burgteil ge gli edert, mußte also auf
jeden Fall eine ganz bedeutende Ausdehnu ng gehabt hab en.

Bis zum Anfang des 17. Jahrhunderts hatte sich
das Aussehen der Gösamtschloßanlage nicht unwesentlich
verändert. Ein Bild von ihrer damaligen Gest alt gewi nnen
 wir aus der Geschichte des Schwe den krieg es (1648)
von dem Mehrevauer Gelehrten P. Franz Ransperg
O. S. B.7) Er b erichtet hier über die baulichen Maßna
 hmen böi der Instan dsetzung von 1608. Hiernach wurde
an der Seite, wo heute der Gebhardsbergweg ausmündet,
ein stark befes ti gter, mit zwei Nebentüren bewehrter
Haupteingang mit gewölbtem Portal erstellt und davor
die Ziehbrücke ange legt; fer ner wurden feste und wehrhafte
 Basteien neben dem „Bronnenturm", worin die
Zisterne war, und an der untere n im Halbkreis sich herumziehenden
 Ringmauer nebst and erem „mehr ansehnliche
 m Gebäu und Fortäfioationes teils zur beq uemlichen
Wohnun g eines Herrn Vogtes, teils zur Be schützung des
Schlos ses" errich tet. «Im Erd boden baute man Gewölbe
ein zur Aufbewahrung der Munition. Der gewöhn liche
Ein- und Ausgang an der unbewehrtesten, gegen den
Pfänder zu gelege nen Seite, iber durch eine „auf dem
Fels stehende Bruggen" vermittelt worden, wurde nunmehr
 vermau ert sowie der Brunnenturm „an seine r
Höhe gemindert" und für die Anbringung von „Stucken"
gegen den Feind eingerichtet. Diese ganze Reparation
kam auf mehr als 10,000 fl. zu stehen.8)

7) Original im Mus. Ferdinaindeum Innsbruck; Kap. von
seinem Ordensgenossen P. Apron ian Hueber, in der Bibliothe k
des KaPuzinerklosters Bregenz, S. 10.

8) Vgl. zur Be schr. Ranspergs die von d iesem selbst entworf
 enen k olor. ZeichnungsskiMN S. 10: Das Schlo ß von Osten 22
            
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