vielmehr sein Patronat, sieht man an der Decke des
Chores. — Betrachten wir zuerst die drei größeren
Kompositionen, wel che sowohl ihrer geistigen Auffassung,
als ihrer technischen Durchführung nach, Kunstwerke von
ganz hervorragender Bedeutung sind. "
„1. Die M utter des hl. Gebhard, die fromme Dietburga
von Zährin gen, starb schon bei! der Gebu rt des Heiligen
am 7. August 949, und so lag die Sorge für die
Erziehung seiner vier Söhne dem Grafen Utzo (Ulrich
VI.) a llein ob. Der kleine und schwächliche Gebhard entwic
kelte sich üur ganz langsam, wuchs aber doch allmählich
zu einem hübschen, mun tern K naben heran, der ebenso
kl aren Verstand, wie frommes, edles Gemüt verriet, was
den Grafen veranlaßte, ihn für den Die nst dessen zu bestimmen,
der ihn so wunderbar am Leben erhielt. Er
brä chte ihn des halb in die Klosterschule nach K onstanz,
wo damals auf dem bischöfli chen Stuhle der hl. Konrad
saß, der ebenfalls als Sohn des Weifen Heinrich und
dessen Gemahli n Beata von Hohenwart aus adeligem
G es chlechte stammte. Der Obhut und dem Unterrichte
dieses bedeutenden Mannes und Bischofs vertraute der
Vater den Kn aben an. Diese Uebergabe des kleinen
Gebhard von Seite seines Vaters in die Klosterschule
nach Konstanz, und seine Aufnahme in die Schulklasse
durch den Heiligen Bischof Konra d stellt die erste große
Ko mpositi on Fugels dar. Wir betreten eine mittelalterliche
Klosterschule, monumental wie alles im Mittelalter,
eigentlich eine große, offene Halle, deren starkes Gebälke
von steinernen Säul en getragen wird. Die hohe, aszetische
Gestalt eines Benediktinermönches unterrichtet die Klosterschü
ler , die alle, groß und klein, schon mit dem Klosterhabit
angetan sind, und die, wie man noch an einigen
gewahren kann, aufmerksam den Worte n des Le hrers
zuhören. Da auf einmal gibt es eine Nicht geringe Störung
oder vielmehr Unterbrechung des Unterrichts. Soeben
ist nämlich die ehrwürdige Gestalt des greifen Bisch
ofs Konrad in die Schul e getreten, und erhebt in ent.
sprechendem Gestus feine Rech te gegen den Lehr er, während
er mit der linken einen hold en Knaben, eine kindliche
Gestalt voll Liebreiz, herbeiführt, und dem Lehrer 40