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Full text : Das ehemalige Klarissenkloster in Valduna

der Einsiedlei in Valduna Besi tz erg riffen; das Fest der unbefleckten Empfängnis,
 den 8. Dez ember, hatten die sechs erste n Klarissen im Jahre1394
als den Tag angesetzt, an dem sie das neu erbaut e Kloster beziehen und
die lebenslängliche streng e Klausur beginnen wollte n. In der Kirche war
ein Alt ar, in der zuletzt erbauten der Hochaltar, der allerseligsten Jungfrau
 geweiht, mit gro ßem Eifer wurde n zu ihrer Ehre die Tagzeiten abgehalten,
 mit besonderer Feierlichkeit ihre Feste begangen, mit festem. Gottvertrauen
 und mit leben digem Glauben das wunde rtät ige Mado nnen bild im
Kloster verehrt. Das schon erwähnte, von einer Klarissin aus Valduna
verfaßt e handschrift lic h e Ge b etbüchlein enthält herrliche Gebe te voll Kraft
und hohen Schwunge s zur Himmelskönigin, zur „würdigen Mutter“4, die
g eehrt und poe tisch verher rl icht wird als „Blume“ und „Brunnen“.

Einen Kranz von „herrlichen Blüten aus dem himmlischen Paradiese“
wand für die Gottesmutter im Jahre 1572 zuValduna die Priori n Maria Magdalena
 von Humme lberg 9 aus Feldkirch. Von 20 kirchlichen Hymnen und heiligen
Sprüchen zitiert sie die lateinischen Anfangsworte, knüpft daran herzinnige
Be grüßu ngen der Hoch gebe nede iten, singt ihr Lob, pre ist ihre Tugenden,
verherrlicht ihr Leben und erfleht ihre Hilfe und ihren Schutz; dann führt
sie die fünf Sinne des Mensch en vor und stel lt eine E rwägung an, was
der göttliche Heiland und was Maria an jedem Sinne geli tten hat. Darauf
wendet sie sich zur schmerzha ften Mutter und schließt ihr Werk mit der
Be t rachtung: Wie die Mutter Gottes unter dem Kreuze stand. Die Verfasserin
 selbst nennt das Ganze „ain Gedic ht und Betrachtung, gemacht
von Andacht von Maria der hoc hgel opten Künigin, jr zu Lob . . .“ Das
in sich schon höchst schätzenswerte Büchlein gewin nt noch an Wert und
Int eresse durch die Personen, für die es geschrieben und denen es gewidmet
 ist. Wir lesen auf der Rückseite des Einbanddeckels die Widmung:
„Den durchlüchtigen, ho chgeborne n Fürstinen unn Frawen, Fraw
Magtalena unn Frau He lena, Ertzhertzogin zu Österreich etc.
minen Gnadi giste n Fra wen . . . befich ich mich, Magtalena Hum elbergin,
 Pryorin des Gotzhus Valduna mit demietigister Gehorsame un andechtigem
 Gebe t, Anno 1572. Dis Büchlein Ewer Fürst liche n Durchlücht
 ikait uß Liebe selbs gesc hrib en“2).

Auf dem Bilde des Hoc halta res (s. S. 118) erscheinen zu Seiten der
Himmelskönigin die Ordensstifter, der heilig e Franz von Assi si und die
heilige Klara , ein Zeichen , welch hoher Verehrung sich beide in Valduna er-')

 Priorin 1566 — 1597, s. V. Kap.
’) Der prächtig e Einban d des Büchleins ist Holz, überzogen mit Kalbleder mit
reic her Vergoldun g und guter Pressung. Der vordere Dec kel zeigt die hl. Ju ngfrau
mit dem Kinde in der Mitte und von je einem Hei ligen zu beiden Seiten umgeben.
Zwei schwebende Engel halten eine Krone über sie. Darüber steht: „Ave Regina coeli“
und darunter befindet sieh das fürst bisc höflic h churisc he Wappen, das Fami lienwap pen
des damaligen Bischofs von Chur, Beat us a Porta (1565—1581 ) . Unter dem Wappen
steht: Beatus D. G. Epps. Curiens. (s. das dem Büchlein hinten beigefügte Blatt). — Das
Büchlein ist im Be sitze des Vo rarlb. Landes-M useums . 127
            
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