freu ten. Wenn wir auf de mselben Bilde unten links den heiligen Josef, rech ts
den heiligen Antonius erblicken, wie sie schützend ihre Hand über das Kloster
halten, so wer den wir mit Grund annehmen dü rfen, daß das Gotteshaus sich
auch in den Schut z dies er heiligen Patrone gestellt habe. Wann die Andacht
zum heiligen Josef in Valduna ihren Anfang nahm, läßt sich nicht feststellen;
daß die Verehrung nach der Einführung eine eif rige war, dafür ist ein Beweis,
daß die Päpste Benedikt XIII. (1724—1730) und Benedikt XIV. (174 0—175 8)
dem Konvent zu Valduna für die Frei tage des Mon ats März und für die
zwei Josefsfest e voll komm ene Ablässe verliehen. Die Seitenaltäre waren
zu Ehren der heiligen Elisabeth und zu Ehren der heiligen Ag atha errichtet.
Innerhalb der Klausur befand sich schon in frühen Zeiten eine
St. Anna-Kapelle. Der apostolische Nuntius Felician zeichnete sie aus, indem
er den Bes uchern ders elben mit Urkunde vom 12. Augus t 15791) unter
den üblichen Bedingungen Ablässe erteilte. Frühzei tig gelangte das Kloster
auch durch Vermittlung der Grafe n von Hohen ems in den Besitz von Reliquien
des heili gen Karl Bor romäus.
Damit die durch das Gebet geheiligte Seele nicht in Untätigkeit erschlaffe,
der Müßigg ang ferngehalten und die Geisteskräfte durch Arbei t
gestählt würden, schrieb die Ordensregel für die vom Chörg ebet und von
den so nstigen vorgeschriebenen Verric htun gen noch übrige Zeit Handarbeit
vor, wie sie der Be fähigung einer jeden Konventsfrau angemessen war. So
hebt das Jahrzeitb u ch von manchen Ch orfrauen he rvor, daß sie durch ihre
Stickereien das Ki rchenger ät vermehrten und verschönerten. Im Jahre 1728
übe rnahm es die Äbtissin Maria Klara Gr äfin von Salis -Ziz ers zu Valduna,
die der Pf arrki rche U. L. Fr. in Rankweil aus Rom übermittelten Reliquien
der hh. Märtyrer Dona tus und Pius mit eigener Hand une ntgeltl ich zu
fassen2). Das für Handarbeiten festgesetzte Ausmaß von Zeit ist uns
nicht bekannt, weil wir die Tagesordnung des Klosters nicht kennen. Einen
kleinen Ersatz kann uns vielleicht die Tagesordnung des Klari ss enkl osters
zu Speyer3) bieten, die von der in Valduna beobachteten nicht wesentl ich
verschieden gewesen sein dü rfte. Sie lautet also:
„Morgens umb 5 Uhr stehen sie auf und verrich ten ihr Morg enge bet,
Von 6—7 die Tagzeiten,
Von 7—8 Exercitium zu der Music [Gesangübung],
Von 8—9 der Gottesdienst,
Von 9—10 Hau sarbei th,
Von 10-11 die übri gen horas,
Von 11—12 das Mittagessen ,
*) Wh., s. Anh. Nr. 159.
’) Pfarrarch. U. L. Fr. zu Rankwei l, Chronik des Pfarrers Sum mer ad ann. 1728
Die äußere Einrahmung der Reliquien stellte H. Allgäuer in Gising en her, die Vergol
düng H. Johann Ulric h Stockhler aus Feldkirch.
’) Sp. 751b 9 p. 13 -15. 128