liehen Kopfschütteln und Lächeln begegnet sein, wie einst der fromme
Einsiedler, der von dem zukünf tigen Frauenkloster in Valduna sprach.
Aber Menschenwege sind nicht Gotteswege.
Ein fro mmer Priester, Pfarrer Josef Anton Jochum1), fragte sich
wiederholt: Soll denn der Ort, wo der Allerhöchste wohnte, wo Jahrhunderte
hindurch die Geheimnisse der heiligen Religion sich erneuerten,
sov iele Jungfrauen ihr Leben heiligten, für immer ve rödet und vereinsamt
bleib en? Und wieder und wiede r — wohl durch göttliche Fügu ng —
drängte sich der Gedanke vor seine Seel e: das sei der Ort, um ein
Asyl zu scha ffen zur Linderung von geistigem und körperlichem
Elende . Der Plan war bald gefaßt . Aber wer von dem
Wohl tätigkeitsanstal t Valdu na im Jahre der Eröff nung 1862.
Nach dem Gemälde von Leopold Scheel.
Plane hörte, fragte verwundert: Woher solle n denn die Mittel ko mmen?
Das Vorhaben ist gut, die Ausführun g unmöglich. Einst hatte in Valduna
beim Fehl en der Fundation und bei völl iger Aussichtslosigk eit betreffs der
Beschaff u ng der nötigen Mittel das starke Gottvertrauen den Mut zur
Herstellung des ersten Klosterge bäude s gegeben . Ein starkes Gottvertrau
en war es auch, das den Pfarrer Jochum nicht verzweifeln ließ, als
er an fangs für die Ausführu ng seines Pla nes bei der Geistlic hkeit nicht die
hinrei chende Unters tützung fand, ja das Gottvertrauen trieb ihn an, unablässig
in allen Teilen des Land es Hilfsgeld er aufz utre iben und das Werk
zu wagen. So entstande n im Jahre 1860 auf den Ruin en des früheren
Klosters die erste n Anfänge des bescheidenen Gebäudes der Wohltätigkeits-')
Josef Jochu m war geboren zu Fontanella am 29. November 1799, wurde am
24. Augu st 1828 zum Priester geweiht, am 11. Juni 1830 zum Expositus von Marul ,
am 15. März 1831 zum Pfarrer von Mittelberg ernannt, verwaltet e von 1844 bis 1851 231