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Full text : Das ehemalige Klarissenkloster in Valduna

vil seines Guttes enweg hatt geben, do kham derselbige selige Mann
herauff in das Land in Costanzer Bystum auff ein Hoffstatt, hieß Äschach,.
und was er noch mer Guttes hatt, das gab er alles in den Wald „Grymmenstain
 “; denen halff er größenklichen und er lebtt in große r Armu tt
in seiner Wonung. Nun fügtt es sich von Sach wegen, daß er must in
sein Land gen Brichs en und also ging er durch den Wald Valdunen und
kham zu dem Brunnen und zu dem holen Stain und beschac h (geschah)
im da große Gnad an derselben Statt, daß er gedac ht sain Leben da ze
vertri ben und da er widerum he rauff kham von Brichsen und aber durch
den Wald Valdunen ging, do wardt sein Begierdt noch grö ßer und ging
zu den Nachburen und sagtt denen sein Ma innig und Begierdt, und die
riettend im und battend in, daß er sich herauff zie he, sy welttend im darzu
 hilfflich sein. Also do gingendt die Nachgeburen mit dis sem erbaren
(ehrbaren) Brude r zu dem vorgenampten wolgebornen Her ren Herr Graf
Rudolffen und battent sein Gnad, daß sein Gnad solche s woll te vergünstigen.
 Do der Graf vernam, wer disser Brude r war, wan (da) er vormals
 auch von im hatt geh ört, do ward er von Herzen fro und er erbott
sy gar tugendlich, daß er im darzu gern weltt i helffen und ratten, wan
(da) er gern gaistlich Lütt in dem Wald welti haben . Also gab im der
wolgeborner Herr Graff Rudol ff Erlob, in dem Wald ze wonen und das
Holz zu brach en und abzehowen und gab im darum gutt Brieff.“

Bald fanden sich bei Marquard zwei weit ere Genossen ein, die seine
Leben sweis e nac hahmten und in der Waldeseinsamkeit Gott diene n wollten.
Sie verehrten Marqu ard als ihren Altvate r und begannen unter ihm ein
gemeinsames Leben . So verging eine geraume Zeit und alles nahm einen
durc haus guten Verlauf . Die ser günstige Fortgang der Klausne rei erfüllte
den Gr afen Rudo lf mit Freude und ließ in ihm den Plan reifen, dies elbe auch
für alle Zukunf t zu erhal ten und s i cher zustellen. Demnach sollte Marquard
 nicht mehr bloß Zelle und Kapellchen bauen dür fen, sonde rn er erhielt
 daselbst ein eigenes Besitztum zugewiesen und ein eigentlicher
Stiftungsbrief sic herte ihm und allen seinen Nac hfolger n für alle Zukunft
 weitgehende Rechte und Vergünstigungen zu und bestimmte überdies,
 daß, falls etwa einma l sich Einsiedler für die Stätte nicht finden
sollten, Schwestern als Nachfolger das Erbe antreten könn ten.

Die Urkunde ist zu Feldkirch unter dem 23. Juni 1388 ausgestellt
und enthält folge nde drei Hauptbestimmungen:

Erstlich gibt Graf Rudolf dem Bru der Marqua rd von Br ixen und
seine n Na ch folgern für alle Zuk unft Grund und Boden im Walde Valduna
zu einer Wohnu ng, d. h. zu einem Haus e, einer Hofstatt mit Ga rten in
einem Umfange von 55 Klaf tern nach der Länge und 46 Klaftern nach
der Breite, und er befreit diesen Besi tz von allen Abgaben.

Zwei tens erhäl t der Bru der und seine Nachfolger für ewige Zeiten das
Recht und die Freiheit, imumliegendenValduna-Walde Holz zu hauen und sich
daraus den nötigen Bedarf sowoh l an Brennholz als auch an Bauh olz zu neh men. 8
            
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